28. März bis 14. Oktober 2012
Wald- und Forstschädlinge
Bäume und Wälder mussten sich über Jahrtausende gegen Schadinsekten und Pilzkrankheiten wehren. Durch bestimmte Umweltedingungen wie Emmissionen und Temperaturerhöhungen können Bäume zusätzlich geschwächt werdden. Dann reichen in vielen Fällen die natürlichen Abwehrkräfte nicht mehr aus. Zusätzlich können Probleme auftreten, wenn der Mensch in das immer wieder angepasste Ökosystem Wald zu intensiv eingreift. Die Klimaerwärmung begünstigt u.a. die Population des Borkenkäfers, der große Verluste bei den Fichten, dem Brotbaum der Waldbesitzer, versachen kann. Er zwingt die Forstwirtschaft zum Umbau der ertragreichen Fichtenreinbestände.
Für die Allgemeinheit auffällig sind neuerdings die spektakulären Befallsbilder der Miniermotte an den Blättern der Rosskastanien, die die Schatten spendenden Bäume in Biergärten und Alleen alt aussehen lassen.
Ganz neu und noch wenig erforscht ist das Eschentriebsterben, so dass die Forstbehörden zur Zeit abraten, die sonst gegen Schädlinge so widerstandsfähige Esche anzupflanzen.
Der vor allem bis jetzt noch auf den fränkischen Raum beschränkte Eichenprozessionsspinner kann auch für die Menschen gefährlich weren.
Durch weltweite Importe von Holz und hölzernen Verpackungsmitteln können auch immer neue Schädlinge eingeführt werden und in unser Ökosystem eingreifen. Durch besondere Kontrollen an den EU-Grenzen versucht man u.a. die Ausbreitung des imposanten Asiatischen Laubholzkäfers zu vermeiden.
Holzschädlinge
Im Laufe der Evolution haben sich bestimmte Insekten- und Pilzarten nicht auf lebende und frisch gefällte Bäume spezialisiert, sondern auf Trockenholz, das als Bau- oder Werkholz direkt das Wohnen und Arbeiten des Menschen tangiert. Um dieses Holz als Nahrung und zum Überleben nutzen zu können, benötigten sie ganz spezielle arttypische Bedingungen von Feuchtigkeit und Temperatur.
Der Hausbockkäfer gilt als der wichtigste Trockenholzschädling, dessen Larven vor allem das nährstoffreiche Splintholz der Nadelhölzer in den Dachstühlen, von außen kaum sichtbar, zuerstören.
Der vom Volksmund Holzwurm genannte Gewöhnliche Nagekäfer ist njur einige Millimeter groß und war in der Zeit vor den Zentralheizungen in den Wohnungen allgegenwärtig. Er braucht kühles, feuchtes Milieu und gefährdet auch heute noch wertvolle Kulturgüter. Er findet u.a. in Kirchen an Schnitzwerken, Altären, Orgeln und Bänken optimale Lebensbedingungen.
Der Echte Hausschwamm ist als Pilz der verbreitetste Holzzerstörer. Pilzsporen können überall, wo entsprechende Feuchtigkeiten und Temperaturen herrschen vor allem Nadelhölzer in dunklen, unbelüfteten Räumen befallen. Er kann sogar mit seinen pilzinternen Wasserleitungen Beton und Steine überwallen, Putz unterwachsen und Mauerwerksfugen durchwachsen.
Weißfäule macht Holz attraktiv!
Mit Pilzen zum Stradivariklang?
Generationen von Geigenbaumeistern haben bisher vergeblich versucht, Instrumente mit vergleichbaren Klangqualitäten zu bauen, wie es den Meistern um Stradivari möglich war. Forscher wollen nun neuerdings mit pilzbefallenem Holz ähnlich gute Klangqualitäten erzielt haben, die auch die Hölzer zur Zeiten der Stradivari auszeichneten.
Das Holztechnische Museum dankt den Leihgebern:
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, Dr. Georg Kasberger, Uwe Holst
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach, Herrn Birkholz
Hochschule Rosenheim, Prof. Dr. Martin Illner
Naturpark Augsburg westl. Wälder e.V., Werner Platteder
Walderlebniszentrum Roggenburg, Albin Huber
Holzknechtmuseum Ruhpolding-Laubau
Erich Faltermaier, Gmund am Tegernsee
Martin Goldhofer, Rottach-Egern
Herrmann Maier, Rosenheim
Wolfgang Gschwendtner, Rosenheim
Heribert Lechner, Großkarolinenfeld





