Jugendschöffinnen und Jugendschöffen gesucht - Bewerbungen bis zum 28. Februar möglich

Rosenheim. Derzeit werden bundesweit die Schöffinnen und Schöffen sowie die Jugendschöffinnen und Jugendschöffen für die kommende Amtszeit von 2019 bis 2023 gewählt. In der Stadt Rosenheim werden je zur Hälfte Frauen und Männer gesucht, die am Jugendschöffengericht Rosenheim und bei der Jugendkammer des Landgerichts Traunstein als Vertreterinnen und Vertreter des Volkes an der Rechtsprechung in Strafsachen teilnehmen. Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Rosenheim schlägt doppelt so viele Kandidatinnen und Kandidaten vor, wie an Jugendschöffinnen und Jugendschöffen benötigt werden. Aus diesen Vorschlägen wählt der Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht in der zweiten Jahreshälfte 2018 die Haupt- und Hilfsschöffeninnen und -schöffen.

Gesucht werden Bewerberinnen und Bewerber, die in der Stadt Rosenheim wohnen und am 01.01.2019 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein werden. Die zeitliche Beanspruchung der Hauptjugendschöffinnen und -schöffen erstreckt sich auf nicht mehr als zwölf ordentliche Sitzungen im Jahr. Wählbar sind deutsche Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen. Ausdrücklich erwünscht sind Deutsche mit Migrationshintergrund. Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen den ein Ermittlungsverfahren anhängig ist, die zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige (Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte, Bewährungshelfer, Strafvollzugsbedienstete usw.) und Religionsdiener sollen nicht zu Schöffinnen und Schöffen gewählt werden.

Schöffinnen und Schöffen sollten über soziale Kompetenz verfügen, d. h. das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Daneben wird von den Schöffinnen und Schöffen Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet. Die sogenannten ehrenamtlichen Richterinnen und Richter müssen Beweise würdigen, d.h. die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bestimmtes Geschehen wie in der Anklage behauptet ereignet hat oder nicht, aus den vorgelegten Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden ableiten können. Die Lebenserfahrung, die eine Schöffin bzw. ein Schöffe mitbringen muss, kann aus beruflicher Erfahrung und/oder gesellschaftlichem Engagement resultieren. Dabei steht nicht der berufliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, die im Umgang mit Menschen erworben wurde. Schöffinnen und Schöffen in Jugendstrafsachen sollten in der Jugenderziehung über besondere Erfahrung verfügen.

Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und gesundheitliche Eignung. Juristische Kenntnisse irgendwelcher Art sind für das Amt nicht erforderlich.

Schöffinnen und Schöffen müssen ihre Rolle im Strafverfahren kennen, über Rechte und Pflichten informiert sein und sich über die Ursachen von Kriminalität und den Sinn und Zweck von Strafe Gedanken gemacht haben. Sie müssen bereit sein, Zeit zu investieren, um sich über ihre Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten weiterzubilden. Wer zum Richten über Menschen berufen ist, braucht Verantwortungsbewusstsein für den Eingriff in das Leben anderer Menschen durch das Urteil. Objektivität und Unvoreingenommenheit müssen auch in schwierigen Situationen gewahrt werden.

Schöffinnen und Schöffen sind mit den Berufsrichterinnen und -richtern gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Gericht erforderlich. Gegen die Stimme beider Schöffen kann niemand verurteilt werden. Jedes Urteil - gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch - haben die Schöffen daher mit zu verantworten. Wer die persönliche Verantwortung für eine mehrjährige Freiheitsstrafe, für die Versagung von Bewährung oder für einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage nicht übernehmen kann, sollte das Schöffenamt nicht anstreben.

Interessenten für das Amt einer Jugendschöffin bzw. eines Jugendschöffen richten ihre Bewerbung bis zum 28.02.2018 an das Stadtjugendamt Rosenheim, Tel.: 08031-3658341. Bewerbungsformulare und weitere Informationen können von der Internetseite der Stadt Rosenheim ( oder unter www.schoeffenwahl.de heruntergeladen werden.