Radverkehr

  • "Parkplatzprobleme" für die Fahrradpendler/-innen zum und vom Rosenheimer Bahnhof sollte es künftig so schnell nicht geben. Denn im Januar 2016 ist die Fahrradstation direkt am Gleis 1 in Betrieb gegangen und bietet insgesamt 414 Rädern eine überdachte Unterkunft.

    Träger des Gebäudes ist die städtische Immobiliengesellschaft GRWS, betrieben wird die Fahrradstation von der Caritas. Die Kosten lagen bei 700.000 Euro, wobei die Fahrradstation als neu geschaffener Anbau des ehemaligen "Basa"-Gebäudes nur ein Teil des Caritas-Projektes ist. In dem direkt am Bahnsteig gelegenen und durch die GRWS von der Bahn übernommenen Gebäude werden nach Fertigstellung noch ein Buchcafe mit integriertem Werkstattladen sowie eine Tagesstätte für psychisch Kranke und Menschen mit Behinderung zur tagesstrukturierenden Unterstützung untergebracht sein.

    Für die Radler/-innen wurde ein zweigeschossiges Parksystem eingerichtet, das problemlos und ohne großen Kraftaufwand bedient werden kann. Der Zugang mit Fahrrad erfolgt aus Sicherheitsgründen nur vom Südtiroler Platz aus, ohne Fahrrad kann das Parkhaus vom Bahnsteig an Gleis 1 sowohl betreten als auch verlassen werden. Die Parkgebühren betragen einen Euro pro Tag, die Monatskarte kostet 8,50 Euro, für 85 Euro gibt es das Jahresticket. Abholen kann man sein Gefährt durch das Chipsystem übrigens rund um die Uhr.

    Zusätzlich bietet die Caritas Serviceangebote wie die Fahrradwerkstatt, das Fahrradrecycling sowie einen Verleih. Diese Angebote stehen zu den Kernzeiten von Montag bis Freitag, jeweils von 6 bis 19 Uhr zur Verfügung. Betreut wird der Service unter Leitung von Harald Radl von psychisch erkrankten oder anderweitig gehandicapten Menschen im Rahmen eines vom Bezirk Oberbayern geförderten Zuverdienstprojekts.

  • Im Rahmen des Modellvorhabens "Fahrradfreundliche Stadt" wurde bereits in den 80er Jahren in mehreren Einbahnstraßen die Möglichkeit geschaffen, dass Radfahrer/-innen auf Radwegen oder Radfahrstreifen entgegen der Einbahnstraße fahren können (z. B. Heilig-Geist-Straße, Stollstraße, Gillitzerstraße, Reichenbachstraße) und so unnötige Umwege vermieden werden.

    Durch eine Änderung der Straßenverkehrsordnung ist es nun auch möglich, dass der Fahrradverkehr entgegen der Einbahnrichtung auch ohne eigenen Radweg zugelassen werden kann. Die Kennzeichnung erfolgt lediglich durch entsprechende Beschilderung und Fahrbahnmarkierungen. Die Regelung wurde in verschiedenen Städten erprobt und hat sich bewährt.


    Das Radfahren entgegen der Einbahnrichtung ist in folgenden Straßen erlaubt:

    • Adlzreiterstraße
    • Albrecht-Dürer-Straße
    • Am Esbaum
    • Am Nörreut
    • Am Stadtbach
    • Bogenstraße
    • Bonauweg
    • Dr.-Geiger-Straße
    • Färberstraße
    • Flandernstraße
    • Georg-Staber-Ring
    • Herbststraße
    • Herzog-Heinrich-Straße
    • Herzog-Otto-Straße
    • Hofmannstraße
    • Holbeinstraße
    • Malvenweg
    • Merianstraße
    • Papinstraße (Teilabschnitt)
    • Ruedorfferstraße
    • Sandstraße
    • Schmettererstraße
    • Schwalbenweg
    • Sedanstraße
    • Verdunstraße
    • Weinstraße
    • Westermayerstraße
    • Wildbarrenstraße

    Die Straßenabschnitte, für die diese Regelung gilt, sind entsprechend beschildert.

  • Dass Radfahrer/-innen gerne auf dem Fahrrad sitzen bleiben, während sie bei Rot an Ampeln warten, zeigen die blankpolierten Stellen an vielen Ampelmasten. Damit diese Wartestellung bequemer und auch bedeutend sicherer für Radfahrer/-innen wird, gibt es den Ampelgriff, der in der Stadt Marl entwickelt und sehr erfolgreich eingeführt wurde.

    Rosenheim ist die erste bayerische Stadt, die den Ampelgriff eingeführt hat. Er wird an mehreren Kreuzungen in der Äußeren Münchener Straße und Rathausstraße eingesetzt.

  • Die Attraktivität des Fahrradverkehrs, insbesondere des Fahrradtourismus und des Freizeitverkehrs wird durch eine Wegweisung wesentlich verbessert. In Zusammenarbeit mit dem ADFC und dem Ordnungsamt wurde die erste Stufe eines Wegweisungskonzeptes erarbeitet und umgesetzt. Diese beinhaltet die Aktualisierung und Vervollständigung der Wegweisung entlang des Mangfallradweges und des Inntalradweges auf dem Stadtgebiet von Rosenheim sowie eine Wegweisung von diesen Radwegen aus zu den Zielen in der Stadt Rosenheim.


    In der Wegweisung werden folgende Ziele berücksichtigt:

    • Fernziele (z. B. München, Kufstein, Wasserburg)
    • Nachbarorte (z. B. Großkarolinenfeld, Kolbermoor, Stephanskirchen)
    • Stadtteile in Rosenheim (z. B. Happing, Fürstätt, Westerndorf St. Peter)
    • wichtige Ziele in Rosenheim (z. B. Stadtmitte, Bahnhof, Klinikum, Polizei)


    Die Wegweisung besteht aus folgenden Elementen:

    • Tabellenwegweiser, die wichtige Ziele mit Entfernungsangaben aufführen
    • Zwischenwegweiser, die den Verlauf der Route verdeutlichen
    • Informationstafeln, die eine Übersicht über die Stadt Rosenheim und wichtige Ziele geben


    Die Wegweisung orientiert sich an dem "Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr" der FGSV und verwendet die in Bayern übliche Farbgebung "grün auf weiß". Sie ermöglicht damit ein einheitliches Erscheinungsbild über die Stadtgrenze hinaus.

  • Die Stadt Rosenheim hat seit Jahresbeginn 2022 mit Olaf Fröhlich einen neuen Radverkehrsbeauftragten. Mit ihm soll auch weiterhin den Belangen der Radfahrer/-innen Rechnung getragen werden. Fröhlich folgt auf Eva-Maria Mayr, die das Amt aus privaten Gründen aufgegeben hatte.

    Fröhlich möchte sich „einbringen, um bei erfolgreicher Arbeit seiner Heimatstadt etwas zurückzugeben“. Dabei will er als Radverkehrsbeauftragter alle Sichtweisen der Verkehrsteilnehmer/-innen unter einen Hut bringen. Man müsse die unterschiedlichen Bedürfnisse kennen und verstehen, um gute Lösungen zu finden. Nur so kann der Versuch gelingen, möglichst allen gerecht zu werden. „Ein Gegeneinander, Fahrradfahrer oder Autofahrer gegen den Rest, kann nicht erfolgreich sein“, sagt Fröhlich.

    Olaf Fröhlich bringt dabei einen ganzen Ideenkatalog mit, um das Fahrradfahren im Rosenheimer Stadtgebiet attraktiver und sicherer zu machen. Ein besonderes Anliegen ist ihm eine zu gründende Kampagne um im kommenden Herbst/Winter zur Verbesserung der Fahrradbeleuchtung und der Verkehrssicherheit, speziell bei Fahrrädern von Schüler/-innen. Außerdem wünscht er sich gesonderte Abstellmöglichkeiten für E-Bikes, eine Verbesserung der Verkehrswege und Lastenräder zum Ausleihen. „Ziel ist dabei immer, da, wo es sinnvoll und möglich ist, die Mobilität stärker auf das Fahrrad zu bringen“, so der neue Radverkehrsbeauftragte. Des Weiteren sollen auch Maßnahmen aus dem Radentscheid zügig umgesetzt werden.

    „Wenn wir in den kommenden Jahren viele Dinge gestalten und umsetzen und dadurch viele Menschen für das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel begeistern können, wäre dies für den Einzelnen und für die Stadt Rosenheim ein Gewinn“, so Fröhlich.

    Fröhlich, der vor 22 Jahren aus dem Münchner Umland nach Rosenheim kam, ist 55 Jahre alt. Der Ausbildungsmeister fährt auch in seiner Freizeit viel mit dem Fahrrad und widmet sich dem Bau von Modellbahnen.

    So erreichen Sie den Radverkehrsbeauftragten:

    Olaf Fröhlich
    Stadt Rosenheim
    Königstraße 24
    83022 Rosenheim
    Tel. 08031/365-1603
    radverkehrsbeauftragter@rosenheim.de