Trauerrede der Oberbürgermeisterin anl. des Todes von Josef Hamberger, Kulturpreisträger und Träger der Goldenen Bürgermedaille

Frei ab Beginn der Rede. Es gilt das gesprochene Wort.

 

Rosenheim, 07.05.2019

Die Stadt Rosenheim trauert heute um einen Ihrer großen Bürger – Träger der goldenen Bürgermedaille und des Kulturpreises.

Als Mensch trauere ich um einen guten Freund, dessen Wort und Rat mir stets wichtig war und dem ich zahlreiche Anregungen verdanke, sei es auf dem Gebiet der Kunst, sei es auf dem Gebiet der Religiosität.

In erster Linie fühle ich, fühlen die Bürgerinnen und Bürger Rosenheims in dieser schweren Stunde des Abschieds natürlich mit seinen Söhnen Michael und Florian sowie mit seiner Tochter Margarita und allen Angehörigen, die in Zukunft ohne ihn als familiären Eckstein auskommen müssen.

Gemeinsam verneigen wir uns ein letztes Mal vor einem Menschen, den wir gut gekannt, respektiert und gemocht haben - und wir wissen: Er fehlt. Er hinterlässt eine immerwährende Lücke, die niemals wieder geschlossen wird.

Josef Hambeger war ein großer Anreger und ein großer Gestalter. Seit fast 60 Jahren sind seine Spuren im Stadtbild Rosenheims und in der Region zu finden. Immer unaufdringlich, immer auf die Harmonie mit dem Hergebrachten bedacht, immer das respektierend, was Generationen vor ihm geschaffen haben, hat er seine Akzente gesetzt.

Auch da, wo er selbst die erste Hand im Stadtbild anlegen konnte, wie am Ku’Ko oder beim Mahnmal am städtischen Friedhof, war er sensibel darum bemüht, Maß und Mitte seiner Stadt einzufangen und das gestalterische Ziel eher mit Zurückhaltung, dafür umso stilsicherer zu erreichen.

Seine unerreichte Meisterschaft lag aber in der Gestaltung sakraler Räume. Hier reicht sein Wirken weit über Rosenheim und die Region hinaus bis hin nach Innsbruck, Konstanz oder das UNESCO-Weltkulturerbe Stift Göttweig.

Seine Meisterschaft der unaufdringlich-einfühlsamen und doch prägenden Gestaltung sakraler Innenräume zeigt sich beispielhaft in seiner Arbeit zur Wiedererweckung unserer Hauptkirche St. Nikolaus und aktuell in der Gestaltung der neuen Krankenhauskappelle.

Alle seine Arbeiten lassen spüren, wie sehr er selbst im Christentum und im Glauben verwurzelt war und wie sehr es ihm zeitlebens ein Anliegen bedeutete, anderen Menschen das zu vermitteln, was der Glaube für ihn bedeutete.

Im besten Sinne des Wortes war sein Schaffen ein Dienst an den Menschen, ihnen Zugang zu Gottes Wort durch die Kraft des Bildes, durch die Sprache der Kunst zu vermitteln. Dies wird die Erinnerung an sein Erdendasein weiter prägen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Josef Hamberger ist heimgekehrt und wir denken in dieser Stunde auch an seine liebe Frau, die ihm vorausgegangen ist.

Was uns in dieser Stunde des gemeinsamen Abschieds verbindet, ist nicht nur die stille Trauer um einen ganz besonderen Menschen. Es ist auch die Hoffnung auf Trost.

Trost im Rückblick auf ein erfülltes Leben, gewidmet der Sorge um seine Familie, seine Kunst und die Gestaltung seiner Umwelt.

Tröstlich vor allem ist, dass wir ihn in unserer Erinnerung behalten können: Wir erinnern uns an Gespräche und Begegnungen, an nachdenkliche wie fröhliche Augenblicke. Die Erinnerung kann uns keiner nehmen, sie dauert über den Tod hinaus. Mit jeder Erinnerung bleibt ein Stück von ihm.

Liebe Angehörige, liebe Trauergäste,

als Christen wissen wir: Der Tod ist Teil der Erlösung. Suchen wir Halt an dieser Gewissheit.

Unser Glaube, der auch der Glaube Josef Hambergers war, verspricht, dass mit dem Weggang aus dieser Welt nicht alles zu Ende ist. Wir leben in der Zuversicht, auf eine nicht endende Zukunft im Licht unseres Schöpfers.

Das wünschen wir zum Abschied dem verstorbenen Josef Hamberger. Darum beten und bitten wir.