Ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) für die Stadt Rosenheim
Was ist ein ISEK und wieso erstellen wir ein ISEK?
Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ist ein übergreifendes Konzept, das gemeinschaftlich mit allen städtischen Institutionen und unterschiedlichen Fachplanungen unter aktiver Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger erarbeitet worden ist. Fachexperten haben diesen Prozess unterstützt und wichtige Hinweise geliefert.
Das Konzept stellt ein rechtlich unverbindliches, konzeptionelles und langfristiges Steuerungsinstrument dar, in dem die Stadt sich unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger einen generellen Planungsrahmen für Ihre weitere Entwicklung geben möchte und dient somit als Grundlage für die zukunftsfähige Stadtentwicklung der Gesamtstadt mit einem Planungshorizont bis 2040. Die Ergebnisse aus der Erstellung des ISEK werden bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes berücksichtigt. Allerdings sind weder das ISEK noch der Flächennutzungsplan eine Rechtsnorm und entfalten deshalb keine Rechtsverbindlichkeit nach außen.
Der Umgriff und Betrachtungsraum des ISEK bezieht sich in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern auf das gesamte Stadtgebiet. Dementsprechend werden auch die Maßnahmen nur auf einer großen, konzeptionellen Maßstabsebene beschrieben.
Das ISEK ist Fördervoraussetzung für alle Programme der Städtebauförderung und somit eine wichtige Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermittel für die Umsetzung von Maßnahmen.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Städtebauförderung in Bayern.
ISEK Projektablauf
Bürgerbeteiligung
Wie konnten sich die Bürgerinnen und Bürger einbringen?
Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist ein wichtiger Bestandteil des Prozesses zur Erarbeitung eines ISEK. Das lokale Expertenwissen und die Bedürfnisse der Rosenheimer Bürgerschaft sollten in die Untersuchungen und Konzepte einfließen.
Um dabei die Wünsche, Ideen und das Wissen aller Rosenheimerinnen und Rosenheimer einzubeziehen lud die Stadt daher von Mai bis Juli 2024 herzlich ein zur Teilnahme an einem breit angelegten Beteiligungsprozess.
In verschiedenen Workshop-Formaten wurden unterschiedliche Fragen und Aspekte der Stadtentwicklung gemeinsam diskutiert und Ziele, Kriterien und Leitlinien für die Zukunft Rosenheims weitergedacht. Bürger, Experten, Planer und Vertreter der Stadtverwaltung haben in Workshops, Veranstaltungen und einer Online-Beteiligung in 4 verschiedenen Themenwochen an diesem Fahrplan mitgearbeitet.
Es gab während des gesamten ISEK Prozesses eine Projektwebsite mit allen wichtigen Informationen zum Inhalt und Ablauf sowie eine interaktive Ideenwand.
Abschlusspräsentation
Öffentliche Abschlusspräsentation der Stadt Rosenheim des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) mit den Fachkonzepten „Landschaft und Freiraum“ und „Umwelt-Klima-Klimawandel“ mit ca. 100 Besucherinnen und Besuchern
Am 14.01.2026 fand im Ballhaus Rosenheim für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eine öffentliche Abschlusspräsentation des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) sowie den Fachkonzepten „Landschaft und Freiraum“ und „Umwelt-Klima-Klimawandel“ statt.
Im Anschluss an die Präsentation bestand die Möglichkeit des Austauschs mit dem Oberbürgermeister Andreas März und den Planerinnen und Planern.
ISEK mit den Fachkonzepten
Teilnahme an der 3. Deutschen KlimaManagementTagung in Hamburg
Das ISEK der Stadt Rosenheim mit seinem Fachkonzept „Umwelt – Klima – Klimawandel“ ist Bestandteil der 3. Deutschen KlimaManagementTagung, die vom 24.09.2026 bis 25.09.2026 in Hamburg stattfindet.
Die Stadt Rosenheim hat sich zusammen mit dem Planerteam (LAND Germany GmbH, Raumposition GmbH, Weatherpark GmbH) im Frühjahr 2026 mit dem Fachkonzept „Umwelt – Klima – Klimawandel“ als Bestandteil des ISEKs beworben und wurde als Referent zugelassen. Es wird im Rahmen dieser Veranstaltung einen Vortrag sowie eine Podiumsdiskussion zu den klimarelevanten Entwicklungen und Planungen geben.
Thema des Vortrags: "Klimaanpassung als Kompass der Stadtentwicklung"
Der Klimawandel stellt Städte und Gemeinden vor tiefgreifende Herausforderungen. Steigende Temperaturen, häufigere Extremwetterereignisse und veränderte Wasserhaushalte verändern die Rahmenbedingungen kommunaler Planung grundlegend. Klimaanpassung wird damit zur zentralen Zukunftsaufgabe. Gerade im Rahmen eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) eröffnet sich die Möglichkeit, auf diese Entwicklungen strategisch und ganzheitlich zu reagieren und Anpassungen systematisch als Querschnittsthema in allen Handlungsfeldern zu verankern.
Am Beispiel der Stadt Rosenheim wird gezeigt, wie das Fachkonzept "Umwelt-Klima-Klimawandel", das eng mit dem ISEK-Prozess verzahnt ist, als Kompass der Stadtentwicklung genutzt werden kann. Grundlage sind fundierte klima- und freiraumbezogene Analysen, ein räumliches (Klima-)Leitbild sowie eine interdisziplinär entwickelte „Toolbox“ konkreter Maßnahmen. Der Beitrag von Mag. Simon Tschannett (Weatherpark GmbH) und Frau Susanne Gombert (LAND Germany GmbH) verdeutlicht, wie durch integrierte Planung, klare Steuerungsstrukturen und die gezielte Kombination von Maßnahmen klimaresiliente Stadtstrukturen langfristig gesichert werden können.