Kinderreisepass

Bei Überschreitung einer Auslandsgrenze ist für Kinder ab Geburt das Mitführen eines eigenständigen, gültigen Reisedokumentes vorgeschrieben. Je nach Alter und Reiseziel ist dies: Kinderreisepass (bis zur Vollendung des 12.Lebensjahres möglich), Reisepass oder Personalausweis.

Einige Länder erkennen den Kinderreisepass nicht oder nur eingeschränkt an. Informieren Sie sich bitte rechtzeitig vor Reiseantritt bei der jeweiligen Auslandsvertretung Ihres Reiseziels über die konkreten Einreisebestimmungen und erforderlichen Ausweis- und Passdokumente.  

Auskunft dazu geben Ihnen unter anderem die Reise-und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

    • Persönliche Anwesenheit des Kindes bei Antragstellung ab 10. Lebensjahr wegen Unterschriftsleistung und Identitätsprüfung erforderlich
    • Bei Antragstellung genügt die Anwesenheit nur eines Elternteils, wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen

    Fristen / Dauer

    • Seit 01.01.2021 beträgt die Gültigkeitsdauer bei Neuausstellung, Verlängerung oder Aktualisierung nur noch 1 Jahr, maximal bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres
    • Eine Verlängerung und/oder Aktualisierung (Anbringung eines neuen Lichtbildes und Änderung der Körpergröße und ggf. Augenfarbe) ist nur innerhalb der Gültigkeitsdauer möglich; danach muss ein neuer Kinderreisepass ausgestellt werden
    • Ausstellungsdauer: wird bei Vorlage aller erforderlichen Unterlagen sofort ausgestellt

    Erforderliche Unterlagen

    • Geburtsurkunde
    • alter Reisepass oder Kinderreisepass (falls vorhanden)
    • 1 aktuelles biometriefähiges Lichtbild (nicht älter als 1 Jahr)
      Sie können ein digitales Lichtbild im Warteraum des Bürgeramtes an unserem Self-Service-Terminal (SST) aufnehmen. Es erfolgt kein Ausdruck auf Fotopapier, die Gebühr beträgt 9,00 Euro.
      (Hinweis: Für Babys und Kleinkinder ist das SST eher ungeeignet.)
    • Unterschriebene Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten
  • Die Ausstellung/Verlängerung eines Kinderreisepasses bedarf der schriftlichen Einverständniserklärung beider Elternteile, sofern ihnen die elterliche Sorge gemeinsam zusteht.

    Ansonsten ist das rechtskräftige Scheidungsurteil bzw. der Sorgerechtsbeschluss, die Bestallung des Vormundschaftsgerichts oder die vom Jugendamt beurkundete gemeinsame Sorgeerklärung bzw. die Bestätigung über die Nichtabgabe einer gemeinsamen Sorgeerklärung (Negativbescheinigung) vorzulegen. Bei Erteilung der Zustimmung der/des Erziehungsberechtigten muss die Passbehörde die Echtheit der Unterschrift(en) prüfen. Personalausweis oder Reisepass der sorgeberechtigten Elternteile sind daher vorzulegen.

    • 13,00 Euro für Neuausstellung
    • 6,00 Euro für Verlängerung / Aktualisierung

    Zahlungsart: Barzahlung oder EC-Karte mit PIN

    Die Gebühr ist bei Antragstellung zu entrichten.

  • Verlust:

    Als gesetzliche Vertreter Ihres Kindes sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, den Verlust oder Diebstahl des Kinderreisepasses unverzüglich Ihrer zuständigen Ausweisbehörde oder der Polizei zu melden. Dasselbe gilt, wenn das als verlustig gemeldete Dokument wiederaufgefunden wurde. Die Polizei schreibt das verlustige Dokument in der INPOL-Sachfahndung aus, um einem eventuellen Missbrauch des Kinderreisepasses entgegenzuwirken.
    Dies gilt selbstverständlich auch im Ausland. Lassen Sie sich dabei von der ausländischen Polizeidienststelle eine schriftliche Bestätigung über Ihre Verlust- bzw. Diebstahlsanzeige aushändigen. Nach Ihrer Rückkehr legen Sie bitte diese schriftliche Bestätigung Ihrer zuständigen Ausweisbehörde vor.

    Sollte der Verlust des Kinderreisepasses bereits bei einer deutschen Polizeidienststelle angezeigt worden sein, so bringen Sie bitte bei einer Neubeantragung eines Kinderreisepasses die Ausfertigung über die Verlustanzeige der Polizei mit.

    Bitte beachten Sie:
    Ordnungswidrig handelt, wer als gesetzliche/r Vertreter/-in den Verlust eines Kinderreisepasses nicht oder nicht rechtzeitig erstattet. Die Ordnungswidrigkeit kann mit Verwarnungsgeld oder Geldbuße geahndet werden.

    Wiederauffindung:

    Wenn der als verloren oder gestohlen gemeldete Kinderreisepass wieder aufgefunden wurde und in Ihren Besitz gelangt, sind Sie als Erziehungsberechtigte auch hier gesetzlich verpflichtet, die Wiederauffindung der zuständigen Ausweisbehörde unverzüglich zu melden, um u.a. Probleme bei künftigen Auslandsreisen zu vermeiden. Grund hierfür ist, dass alle als verloren oder gestohlen gemeldeten Ausweis- und Passdokumente in der INPOL-Sachfahndung der Polizei sowohl national als auch international zur Fahndung ausgeschrieben sind.
    Erst wenn Sie den Kinderreisepass offiziell als „aufgefunden“ gemeldet haben, wird ein entsprechender Eintrag bei der Polizei gelöscht.
    Sprechen Sie daher unverzüglich persönlich bei ihrer zuständigen Ausweisbehörde unter Vorlage des wiederaufgefundenen Kinderreisepasses vor. Die Ausweisbehörde nimmt dann die Löschung des Reisepasses in der INPOL-Sachfahndung in Zusammenarbeit mit der Polizei vor.

    Bitte beachten Sie:
    Deutschland kann nicht beeinflussen, ob und wie andere Staaten ihre nationalen polizeilichen Informationssysteme einrichten beziehungsweise ob und wie häufig diese aktualisiert werden. Daher kann es in Einzelfällen dazu kommen, dass ausländische Behörden den wiedergefundenen Kinderreisepass für die Nutzung im Ausland nicht anerkennen oder ihn gar einziehen.
    Wenn Sie solche potenziellen Unannehmlichkeiten in Ihrem Urlaub im Ausland vermeiden wollen, empfiehlt es sich bei Verlust oder Diebstahl des Kinderreisepasses, ein neues Dokument in Ihrem Bürgeramt zu beantragen und von Vornherein auf die eventuelle weitere Nutzung des Kinderreisepasses nach Wiederauffinden zu verzichten.