Booklet Bürgerversammlungen 2024

Informationen zum Umgang, Bekämpfung und Vermeidung von Rattenbefall BÜRGERVERSAMMLUNG 2024 Informationen für Bürgerinnen und Bürger BÜRGERVERSAMMLUNG

2 Vorwort des Oberbürgermeisters ..................................3 Finanzpolitische Situation 2024 ....................................4 1. E inwohnerentwicklung und -prognose für die Stadt Rosenheim ............................................6 2. W irtschafts-, arbeitsmarkt- und finanzpolitische Situation und Perspektiven .......................................8 3. K inderbetreuung und Bildung ..................................9 3.1 Baumaßnahmen....................................................................9 Erweiterung Krippe Aising Karolinen-Gymnasium: Stand der Baumaßnahmen Lehrschwimmbecken am Nörreut Sebastian Finsterwalder-Gymnasium: Dachsanierung und Errichtung einer PV-Anlage 3.2 Deckung des Bedarfs im schulischen Bereich sowie bei Kita-, Kiga- und Hortplätzen...................................10 Kinderhaus an der BayWa-Wiese Sportkinderhaus Startklar am Campus Pürstlingstraße Anbau an den Evang. Kindergarten Apostelkirche in der Hailerstraße Kinderhaus Pürstlingstraße Caritas Kinderhaus Pang 4. Verkehr ...................................................................... 13 4.1 ÖPNV .....................................................................................13 Beitritt zum MVV Errichtung der Verkehrsgesellschaft Rosenheim mbH & Co. KG Verbesserung der Infrastruktur bei den Buswartehäuschen App-gestützte Fahrgastinformation 4.2 Verkehrssteuernde Maßnahmen .................................14 Gebührenpflicht Loretowiese Kostenfreies Parken in den städtischen Parkhäusern Reduzierung des straßenrandbegleitenden Parkens 4.3 Straßenbaumaßnahmen 2025......................................14 Äußere Münchener Straße – Neubau der Mangfallkanalbrücke Grünfeldstraße Prinzregentenstraße 4.4 Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur ...........15 Radverkehrsfürhung Küpferlingstraße Umsetzung Radentscheid Radverkehrsführung Aisinger Straße Fahrradstraßen Achse Kaltwies-, Leitzach- und Eichfeldstraße Geh- un dRadwegeverbindung entlang der B15 Überdachte Fahrradabstellanlagen 4.5 Kernforderungen zum Brenner Nordzulauf.............16 5. B au und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen ......................................17 5.1 Rahmenplanung für das Bahngelände Süd ............17 5.2 Eisstadion: Bauliche Ertüchtigung ..............................17 5.3 Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft im Bahnareal Süd und Freimachung der Luitpoldhalle........18 6. E nergiekompass und Klimawandelanpassungs- konzept .....................................................................20 6.1 Maßnahmen der Stadtwerke SWRO ..........................20 6.2 Städtische Maßnahmen .................................................20 7. I ntegriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK).......................................................................... 21 Anlass, Ziel und Inhalt eines ISEK Bedeutung für Stadt, Ortsteilkonzepte Beauftragung des ISEK, bisherige Schritte Arbeitsprozess, Arbeitsschritte und Beteiligte Information und Beteilung der Bürgerschaft 8. B iotonne: Folgerungen aus dem Bürgerentscheid........................................................ 22 9. Leistungen der Stadt im Bereich Kultur...................23 Rückblick Inkrafttretten der fortgeschriebenen Kulturförderrichtlinie der Stadt Rosenheim Bildnachweis und Herausgeber .................................. U4 Inhaltsverzeichnis

3 Vorwort des Oberbürgermeisters Foto: Andreas Jacob Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger, seit den letzten Bürgerversammlungen vor einem Jahr hat sich vieles in unserer Stadt getan. Vieles steht auch in Zukunft noch an. Bei den kommenden Veranstaltungen möchte ich mit Ihnen Bilanz ziehen und einen Ausblick geben. Ich freue mich darauf, Sie zu einer unserer Bürgerversammlungen begrüßen zu dürfen und mit Ihnen über die Themen, die Ihnen auf dem Herzen liegen, diskutieren zu können. Bürgerversammlungen sind erfahrungsgemäß das Veranstaltungsformat, bei dem der vielleicht unmittelbarste Austausch mit Ihnen zu stadtteilbezogenen Themen möglich ist. Eines steht fest: In Rosenheim rührt sich was. Das merken wir Rosenheim tagtäglich. Es ist wichtig, dass sich unsere Stadt weiterentwickelt. Auch wenn das, wie bei den ungeliebten Baustellen, immer wieder unseren Alltag erschwert. Sie bekommen in dieser Broschüre einen Überblick u. a. über die finanzielle und wirtschaftliche Situation in unserer Stadt, den Ausbaustand bei Kitas, Schulen und Horten und über den Entwicklungen im Verkehrsbereich – einschließlich einiger weniger großer Straßenbaumaßnahmen, die 2025 anstehen. Daneben finden Sie u. a. Informationen zu wichtigen städtebaulichen Maßnahmen, zur städtischen Energiepolitik und zur Klimaanpassung. Und selbstverständlich beleuchten wir bei der Bürgerversammlung die Entwicklungen hier direkt vor Ort in Ihrem Stadtteil. Besonders freue ich mich über die durchwegs konstruktiven Bürgeranfragen, die bei uns eingegangen sind. Eine Stadtgesellschaft lebt vom Diskurs. Probleme und Anliegen offen anzusprechen und in einen lösungsorientierten Dialog einzutreten, ist gelebte Demokratie vor Ort. Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen stehe ich für Ihre Fragen und Anregungen gerne zur Verfügung. Ihr Andreas März Oberbürgermeister

4 Finanzpolitische Situation Finanzpolitische Situation 2024: Es bleibt weiterhin schwierig „Aufbruch in schwierigen Zeiten“. Unter diesem Motto stand der krisenbedingt schwierige Haushalt 2024 bei Beschluss des Haushalts im Dezember 2023. Verminderte steuerliche Einnahmeerwartungen auf der einen Seite und auf der Ausgabeseite steigende Bedarfe lassen die finanziellen Spielräume deutlich schwinden. Der Ergebnishaushalt, also die Abwicklung der laufenden Aufwendungen und Erträge, musste mit einem negativen Saldo von 18,8 Mio. EUR geplant werden. Eine Neuverschuldung konnte allerdings vermieden werden, da Ergebnisvorträge aus den letzten Jahren vorhanden sind. Der Haushalt ist geprägt von den vielfältigen Aufgaben der Stadt im Bereich Kinderbetreuung, Soziales, Schulen, Jugend, Kultur und Sport. Fast die Hälfte der eingeplanten Aufwendungen in Höhe von 267 Mio. EUR fließen 2024 in diese Aufgabenbereiche. Wie auch andere Krankenhausträger ist die Stadt Rosenheim aufgrund bundespolitischer Rahmenbedingungen zur Krankenhausstrukturreform seit 2023 mit deutlichen Verlustübernahmen in Summe fast 10 Mio. EUR p. a. konfrontiert. Das Investitionsprogramm 2024 umfasst mehr als 51 Mio. EUR und liegt damit um 20 % über den Vorjahresansätzen. Das ist ein wichtiges und bedeutsames Zeichen für die Verlässlichkeit und Stabilität der städtischen Investitionstätigkeit. Im Jahr 2024 liegt der Schwerpunkt der Investitionen im dritten Jahr in Folge in den Bereichen Schule/Erziehung, Soziales, Gesundheit sowie Sport und Erholung. Fast die Hälfte aller Investitionen wenden wir dafür auf. Der Aufgabenbereich Bau, Wohnungswesen und Verkehr belegt – gegenüber dem Vorjahr unverändert – mit 26 % den zweiten Platz. Wir stemmen mit dem verabschiedeten Investitionsprogramm bis 2027 ein Investitionsvolumen von insgesamt mehr als 213 Mio. EUR. Wir stärken damit unsere Stadt und das Lebensumfeld unserer Bürgerinnen und Bürger. Bei den Investitionen sind besonders die Sanierung bzw. Erweiterung des Karolinen-Gymnasiums, die Sanierung des Eisstadions und der Bau des Kindergartens auf der BayWa-Wiese zu erwähnen. Weitere notwendige Investitionsprojekte, z. B. der bedarfsgerechte Ausbau der schulischen Ganztagsbetreuung, weitere Kindertagesinrichtungen und Horte, aber auch die verkehrlichen Infrastruktur, laufen parallel bzw. sind bereits ins Auge gefasst. Der Preis für dieses hohe Investitionspaket bei deutlich zurückgegangenen Eigenfinanzierungsmitteln ist, dass sich die Stadt vom Schuldenabbau, wie in den Vor-Krisen-Jahren praktiziert und geplant, in den nächsten Jahren verabschieden muss. Für 2024 wird die Einhaltung des Schuldenabbaukonzepts aus 2019 mit einem Zielwert von maximal 65 Mio. EUR Gesamtverschuldung nicht mehr gelingen. Gleichzeitig wird ein Großteil der in den vergangenen Jahren angesammelten liquiden Mittel verbraucht. Erfreulich ist: Die Halbjahresbilanz gibt für das Jahr 2024 eigentlich Anlass zu Optimismus. Die Steuererträge entwickeln sich positiver als geplant. Auch dank einer etwas höheren Schlüsselzuweisung und einer positiven Entwicklung bei der Gewerbesteuer kann das Haushaltsjahr nach der Prognose voraussichtlich besser abschließen. Aller Voraussicht nach wird aber aufgrund der ungünstigen staatlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein negatives Ergebnis verbleiben. Perspektiven für 2025 und die mittelfristige Finanzplanung: Konsolidierungsbedarf größer denn je In der für den Haushalt 2024 beschlossenen mittelfristigen Finanzplanung 2025 bis 2027 können geplante Steuereinnahmen von insgesamt 395 Mio. EUR nicht mehr für einen ausgeglichenen Haushalt mit Investitionen von 120 Mio. EUR sorgen. Zum Ausgleich (im Finanzplanungszeitraum) ist eine weitere Erhöhung des Schuldenstandes notwendig. Das Schuldenabbaukonzept aus 2019 mit einem Zielwert von dann 62 Mio. EUR zum Ende des Jahres 2027 wäre bei einem geplanten Schuldenstand von 105 Mio. EUR schon um 69 % überschritten. Erste Hochrechnungen für die Jahre 2025 bis 2028 sind neuerlich ernüchternd, denn die Steuereinnahmen als Deckungsmittel für die städtische Aufgabenerfüllung werden nicht mit dem Ausgabebedarf mitwachsen können.

5 Finanzpolitische Situation Bei den gesamtwirtschaftlich vorherrschenden Problemstellungen – unzureichende Krankenhausfinanzierung, Klimawandel, Dekarbonisierung der Wirtschaft, Verkehrswende, Sicherstellung der Energieversorgung, steuerliche Entlastungspakete, Inflation, Baupreissteigerungen, Lieferkettenproblemen und vielem mehr – hat sich keine wesentliche Besserung eingestellt. Der Stadtrat hat die Verwaltung mit der Aufstellung eines Haushaltskonsolidierungskonzepts im Umfang von 10 bis 15 Mio. EUR jährlich beauftragt. Mit finanzpolitischem Fingerspitzengefühl müssen hier ein Kompromiss zwischen notwendigen Ausgaben für das Funktionieren der Rosenheimer Stadtgesellschaft im Rahmen des Finanzierbaren gefunden und die Rahmenbedingungen neu abgesteckt werden. Für die nächsten Jahre ist daher absolute Haushaltsdisziplin notwendig. Es ist mehr denn je erforderlich und zur Erhaltung der dauernden Leistungsfähigkeit unabdingbar, eine konsequente Beurteilung aller bedeutenden Investitions- und Investitionsförderungsmaßnahmen, aber auch aller anderen Maßnahmen unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit, der Finanzierbarkeit und der Folgelasten sowie verstärkt unter dem Blickwinkel der unbedingten Notwendigkeit („Pflichtaufgaben haben Vorrang“) durchzuführen. Auch an die weitere – inflationsindexierte – Erhöhung von Steuern und Gebühren muss in diesem Zusammenhang gedacht werden. Foto: mhphotography

6 1. Einwohnerentwicklung und -prognose für die Stadt Rosenheim 1 Durch den Zensus 2022 wurde die offizielle Bevölkerungszahl Rosenheims zum Stichtag 15.05.2022 auf 63.284 Einwohner um etwa 1,1 % nach unten korrigiert. Da viele kleinräumige statistische Auswertungen nur auf Basis der Daten des örtlichen Einwohnermelderegisters durchgeführt werden können, bezieht sich dieser Text jedoch auf die Meldedaten. Abweichungen zwischen den Einwohnerzahlen im örtlichen Melderegister und der amtlichen Bevölkerungsfortschreibung sind üblich. In den letzten fünf Jahren ist die Einwohnerzahl der Stadt Rosenheim deutlich angewachsen. Laut städtischem Melderegister lag sie Anfang 2019 noch bei 63.910 Personen mit Hauptwohnsitz1. In den darauffolgenden drei Jahren wies die Einwohnerzahl zwar immer wieder leichte Schwankungen auf, verblieb aber mehr oder weniger konstant bei circa 64.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Ab Februar 2022 jedoch wuchs die Bevölkerung sprungartig an und erreichte zuletzt einen Bestand von 66.275 Personen (Stichtag 31.08.2024). Dies entspricht einem deutlichen Wachstum von 3,7 % in nur zweieinhalb Jahren. Während in den Jahren 2019/20 noch ein Geburtenüberschuss herrschte, halten sich seit 2021 Geburten und Sterbefälle in etwa die Waage und nehmen kaum Einfluss auf die Entwicklung der Bevölkerungszahl. Für den starken Anstieg sind vor allem die positiven Wanderungssalden der letzten zweieinhalb Jahre verantwortlich: Überstiegen die Zuzüge in den Jahren 2015 und 2016 noch die Fortzüge desselben Zeitraums, hat sich dieser anfangs noch sehr deutliche Wanderungsüberschuss zunächst mit den Jahren kontinuierlich verkleinert und im Jahr 2020, auch unter dem Einfluss der Coronapandemie und dem damit ausbleibenden Zuzug von Studentinnen und Studenten sowie der Zuwanderung aus dem Ausland, schließlich in einen Wanderungsverlust gewandelt. Dieser Trend setzte sich auch im Jahr 2021 fort. Erst mit dem Jahr 2022 und dem Beginn des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine wandelte sich der Saldo wieder in einen deutlich positiven Wert. Diese Entwicklung hält – nicht zuletzt aufgrund einer anhaltenden Zuwanderung aus Osteuropa und dem Zuzug von Flüchtlingen – bis dato an, obwohl sich der Zustrom aus der Ukraine bereits im Jahr 2023 wieder deutlich abgeschwächt hat. Durch die Zuwanderung konnte im Jahr 2023 im Gegensatz zum langjährigen Trend erstmals ein sinkendes Durchschnittsalter in der Stadt beobachtet werden. Zum 01.01.2024 lag dieses bei 42,5 Jahren. Die Bevölkerung der Stadt Rosenheim ist somit z. B. im Vergleich zur Region SüdEinwohnerentwicklung und -prognose für die Stadt Rosenheim

7 ostoberbayern (44,7 Jahre) oder den Verdichtungsräumen Bayerns (43,1 Jahre, beide am 31.12.2022 lt. BayLafStat 2024) relativ jung. Nach wie vor weist der Stadtteil Fürstätt mit 44,5 Jahren den höchsten Altersdurchschnitt im Stadtgebiet auf. Das niedrigste Durchschnittsalter ist mit 40,4 Jahren im Stadtteil Rosenheim Süd zu finden. Von den 33.403 Haushalten, die es zum 01.01.2024 in Rosenheim gab, sind gut 47 % Einpersonenhaushalte. Etwa jeder zehnte Alleinstehende ist dabei 80 Jahre alt oder älter, Tendenz steigend. In jedem fünften Haushalt leben Kinder unter 18 Jahren. Der Ausländeranteil zum Jahresbeginn 2024 beträgt 25,7 %, der Anteil der Bevölkerung mit erkennbarem Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung liegt derzeit bei 42,6 %. Für die Erfüllung der vielfältigen kommunalen Planungsaufgaben, wie z. B. der Kindertagesbetreuung, der Versorgung mit Schulplätzen, der Schaffung von ausreichend Wohnraumangeboten, der Mobilitätsplanung, der Bereitstellung von zielgerichteten Angeboten zur Freizeitgestaltung und nicht zuletzt auch der Versorgung der älteren Bevölkerung hinsichtlich des Pflegebedarfs, ist es wichtig, auch Aussagen über die künftige Entwicklung der entsprechenden Altersgruppen und ihrer Verteilung über das Stadtgebiet treffen zu können. Zu diesem Zweck rechnet die Stadt Rosenheim in Zusammenarbeit mit einem externen Büro eine Bevölkerungsprognose, die – im Gegensatz zu der amtlichen Einwohnerprognose des Bayerischen Landesamtes für Statistik – auch das künftige Baugeschehen vor Ort mitberücksichtigt. Spricht die aktuelle Prognose des Landesamtes für den Zeitraum 31.12.2023 bis 31.12.2042 nur von einem Wachstum von 4,2 % auf rund 67.300 Einwohner, sagt die städtische Prognose unter Bezugnahme auf die bereits jetzt genehmigte Wohnbautätigkeit ein Wachstum von 15,2 % auf rund 75.700 Einwohner im Jahr 2042 voraus – das Eintreffen der Basisannahme einer relativ konstanten Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt vorausgesetzt. Der sog. Abhängigkeitsquotient beschreibt das Verhältnis von der Bevölkerung im noch nicht sowie nicht mehr erwerbsfähigen Alter zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Dieser Quotient wird der Vorausberechnung nach im nächsten Jahrzehnt deutlich von rund 62 % auf fast 68 % ansteigen. Eine Entwicklung, die speziell auf einer starken Zunahme der älteren Wohnbevökerung beruht und die natürlich auch das Mitwachsen der städtischen Infrastrukturen und die Anpassung an sich verändernde Anforderungen verlangt. Einwohnerentwicklung und -prognose für die Stadt Rosenheim Foto: mhphotography

8 2. Wirtschafts-, arbeitsmarkt- und finanzpolitische Situation und Perspektiven Einer aktuellen Diagnose des Münchener ifo-Instituts zufolge befindet sich die deutsche Wirtschaft in einer tiefen Strukturkrise. Das wirtschaftliche Wachstum ist aufgrund einer allgemeinen Verunsicherung der privaten Verbraucher, einer schwachen Industrieproduktion und globaler Unsicherheiten gehemmt. Steigende Energiekosten und hohe Inflationsraten führen zu Kaufkraftverlusten, während strukturelle Herausforderungen wie der Fachkräftemangel und der bevorstehende Ruhestandseintritt der Baby Boomer-Generation, aber auch ein anhaltender Abzug ausländischer Direktinvestitionen aus Deutschland – Stichwort Deindustrialisierung – die wirtschaftliche Erholung zusätzlich erschweren. Schätzungen des Statistischen Bundesamtes zufolge werden in den nächsten 15 Jahren etwa 13 Millionen Menschen in den Ruhestand treten, was fast ein Drittel der derzeitigen Arbeitskräfte ausmacht. Dieser erhebliche Verlust an Fachkräften wird nicht nur einen spürbaren Wissens- und Erfahrungsschwund zur Folge haben, sondern auch negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und den allgemeinen Wohlstand der Bevölkerung nach sich ziehen. Die geburtenschwächeren Folgejahrgänge können diese Lücke nur bedingt füllen. Die deutsche Wirtschaftspolitik hat auf diese Herausforderungen inzwischen mit dem sog. Wachstumschancengesetz allerdings im Umfang von nur rd. 3 Mrd. EUR reagiert. Das schwache wirtschaftliche Umfeld spiegelt sich auch bei den Rosenheimer Unternehmen wider. Die gesunkene Industrieproduktion und die zurückhaltende Investitionstätigkeit treffen speziell das Verarbeitende Gewerbe, während der Fachkräftemangel u. a. in Schlüsselbranchen wie dem Handwerk und der IT spürbar ist. Dagegen weist der Städte- und Geschäftstourismus in der Stadt Rosenheim eine positive Entwicklung auf, die das wirtschaftliche Gesamtbild stabilisiert. Im Jahr 2023 besuchten fast 200.000 Gäste die Stadt, was einem Anstieg um etwa 21 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch die Zahl der Übernachtungen stieg auf rund 322.000 (+ 16 %), was den positiven Trend bestätigt. Dank der in den vergangenen Jahren neu entstandenen Hotelkapazitäten stehen inzwischen rd. 1.800 Betten zur Verfügung. Allein in den letzten Jahren sind 550 zusätzliche Betten entstanden. Die Kapazitätsauslastung im Hotelgewerbe erreichte nach neuesten Daten im Juni 2024 einen Wert von 59 % und liegt deutlich über dem oberbayerischen und bayerischen Durchschnitt. Dem eingetrübten wirtschaftlichen Umfeld kann sich auch der regionale Arbeitsmarkt nicht entziehen, wenngleich der Bezirk Rosenheim der Arbeitsagentur bundesweit zu den besten regionalen Arbeitsmärkten zählt. Die Arbeitslosenquote ist zum Stichtag 30.06.2024 auf 4,7 % angestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich auf 1.690 Personen. Zudem hinterlässt der Fachkräftemangel auch in Rosenheim Spuren. Der Rosenheimer Gewerbeimmobilienmarkt bleibt weiter dynamisch. Im Innenstadtbereich fällt auf, dass es laufend zu Neuvermietungen leerstehender Erdgeschossflächen kommt. Umnutzungen von ehemals als Läden genutzter Objekte beispielsweise in Gastronomiebetriebe zeigen die Veränderungsdynamik der innerstädtischen Wirtschaft. Im April 2024 wurde zudem beim Rosenheimer CityManagement e.V. ein Flächenmanagement eingerichtet, um die Transformation der Innenstadt proaktiv zu begleiten. Wirtschafts-, arbeitsmarkt- und finanzpolitische Situation und Perspektiven Foto: iStock.com/Avalon Studio

9 Kinderbetreuung und Bildung 3. Kinderbetreuung und Bildung 3.1 Baumaßnahmen Erweiterung Krippe Aising Die Kinderkrippe Aising besteht derzeit aus vier Krippengruppen sowie einer Übergangsgruppe. Der eigentliche Mehrzweckraum der Kinderkrippe Aising wird derzeit als Gruppenraum für diese Übergangsgruppe genutzt. Da auch bei den Krippenplätzen jährlich ein hoher Bedarf besteht, ist die Übergangsgruppe unentbehrlich und soll dauerhaft erhalten werden. Jedoch ist ein Mehrzweck-/Bewegungsraum für den laufenden Kita-Betrieb erforderlich. Er soll aus diesem Grund in einem Erweiterungsbau mit einer Fläche von 50 m² neu geschaffen werden (inkl. gedecktem Zugang vom Haupthaus, Neusituierung des vorhandenen Spielgerätehauses und geringfügige Neugestaltung der angrenzenden Außenanlagen). Die Ausführung ist im Jahr 2025 vorgesehen. Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei rund 420.000 EUR. Es kann mit einer FAG-Förderung in Höhe von ca. 127.000 EUR gerechnet werden. Karolinen-Gymnasium: Stand der Baumaßnahmen Das Karolinen-Gymnasium wird in drei Bauabschnitten erweitert bzw. im verbleibenden Bestand generalsaniert.

10 Der Neubau des Gebäudes C ist in Betrieb, und aktuell ist die Fertigstellung der Sanierung des Altbaus A inkl. Restaurierung der Kapelle in den letzten Zügen. Der Umzug und die Inbetriebnahme waren für die Herbstferien 2024 vorgesehen. Im Anschluss wird nach Abbruch an der Stelle des jetzigen Gebäudeteils B eine Dreifachturnhalle mit Holzdachkonstruktion und Photovoltaikanlage errichtet. Abschließend werden die Außenanlagen und der Pausenhof fertiggestellt. Nach aktuellen Planungen soll die Gesamtmaßnahme in 2026 abgeschlossen sein. Die Gesamtprojektsumme einschließlich des benötigten Raumbedarfs für ein G9-Gymnasium sowie die Sanierung der denkmalgeschützten Kapelle beläuft sich auf rund 71,8 Mio. EUR. Die Maßnahme wird voraussichtlich mit einer Höhe von ca. 19,7 Mio. EUR gefördert. Lehrschwimmbecken Am Nörreut Es ist geplant, das aktuell gesperrte Lehrschwimmbecken Am Nörreut abzureißen und einen Neubau an gleicher Stelle mit fünf Schwimmbahnen und einer Länge von 25 Metern inklusive der erforderlichen Nebenräume zu erstellen. Durch diese Ausführung kann eine Nutzung als Schulsport-, Trainings- und Wettkampfanlage erfolgen. Ein geplanter variabler Hubboden ermöglicht die Anpassung der Wassertiefe bis zu drei Meter. Auf dem Dach des Neubaus ist eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Vor dem Abbruch des Lehrschwimmbeckens erfolgten zur Gewährleistung der Versorgung der Doppelturnhalle erste Vorabmaßnahmen in 2023 und 2024. Der Abbruch des Bestands soll im Herbst 2025 erfolgen und der Baubeginn des Neubaus ist für Frühjahr 2026 geplant. Die Fertigstellung ist in 2027 angedacht. Die Gesamtprojektsumme nach Kostenberechnung liegt bei rund 19,1 Mio. EUR. Es kann voraussichtlich mit FAGFördermitteln des Freistaates Bayern i. H. v. etwa 3 Mio. EUR gerechnet werden. Sebastian Finsterwalder-Gymnasium: Dachsanierung und Errichtung einer PV-Anlage Im Rahmen der Neuschaffung von fünf Klassenzimmern wegen der G9-Umstellung sollte möglichst kurzfristig das 1. Obergeschoss der SFG-Mensa in eine Bibliothek mit Leseraum umgebaut werden. Im Zuge dieser Maßnahme stellte sich heraus, dass der Dachaufbau erneuert werden muss. Die Tragkonstruktion ist nicht beschädigt und kann erhalten werden. Die Arbeiten laufen bereits und werden im November 2024 fertiggestellt. Die veranschlagten Kosten der Dachsanierung belaufen sich auf ca. 360.000 EUR. Eine geplante PV-Anlage kann aus brandschutztechnischen Gründen nicht umgesetzt werden. 3.2 Deckung des Bedarfs im schulischen Bereich sowie bei Kita-, Kiga- und Hortplätzen Kinderhaus an der BayWa-Wiese In Happing wird derzeit entsprechend des Bebauungsplans Nr. 174 gegenüber dem bestehenden Kindergarten an der Holbeinstraße ein weiteres Kinderhaus mit zwei Kindergarten- und einer Krippengruppe errichtet. Das Richtfest fand am 19. September statt. Die Kostenberechnung liegt bei 5,3 Millionen EUR. Die Maßnahme wird vom Freistaat Bayern mit FAG-Mitteln und Mitteln aus der Bayerischen Holzbauförderung (BayFHolz) gefördert. Die Fertigstellung Kinderbetreuung und Bildung

11 ist Mitte 2025 geplant. Sportkinderhaus Startklar am Campus Pürstlingstraße Um ein weiteres Angebot an Kindergarten- und Hortplätzen vorhalten zu können, wurde gemeinsam mit dem Sportbund DJK Rosenheim e. V. und dem Träger Startklar Soziale Arbeit Rosenheim-Ebersberg gGmbH überlegt, die Räumlichkeiten am Campus Pürstlingstraße 49 für einen Kita-Betrieb zu nutzen. Momentan werden die Räumlichkeiten für eine nachschulische Betreuung von Grundschulkindern von demselben Träger genutzt. Um Plätze für 25 Kindergartenkinder und 25 Hortkinder zu schaffen ist beabsichtigt, die Räumlichkeiten im Bestand umzubauen. Die Gesamtfläche der Anmietung beträgt rund 300 m². Zusätzlich können Flächen im Campus-Stüberl im Nebengebäude als Mensa, Freiflächen, der Tanzsaal im Untergeschoss und Toiletten im Erdgeschoss von der Kita mitgenutzt werden Kitaplanungen im Mietobjekt Münchener Str. 66a Um Plätze für zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen, also 50 Kindergartenkinder und 24 Krippenkinder, zu schaffen, ist beabsichtigt, die Räumlichkeiten im Bestandsmietobjekt Münchener Straße 66a kindgerecht umzubauen. Die Gesamtnutzfläche der Anmietung beträgt 550 m2. Für die Umbaukosten wurden rund 242.400 EUR veranschlagt. Der Umbau kann voraussichtlich vom Freistaat Bayern mit FAG-Mitteln gefördert werden. Anbau an den Evang. Kindergarten Apostelkirche in der Hailerstraße Ziel des Anbaus an den bestehenden dreigruppigen Kindergarten ist es, Räumlichkeiten für zwei Krippengruppen sowie die notwendigen Rahmenbedingungen für den Betrieb eines dann fünfgruppigen, inklusiven Kinderhauses zu schaffen. Für die Erweiterung dieses städtischen Gebäudes wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt und ein Vorbescheid zur Klärung der baurechtlichen Rahmenbedingungen erlassen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2026 geplant. Der weitere Projektverlauf ist vom Fortgang des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens aufgrund einer anhängigen Klage gegen den Vorbescheid abhängig. Die Projektkosten werden auf 4,0 Mio. EUR geschätzt. Der Freistaat Bayern fördert das Projekt voraussichtlich mit FAG-Mitteln und evtl. Mitteln aus der Bayerischen Holzbauförderung (BayFHolz). Kinderhaus Pürstlingstraße An der Pürstlingstraße wird im südlichen Bereich der Tennisanlage ein sechsgruppiges Kinderhaus für vier Kindergarten- und zwei Krippengruppen geplant. Der Grundsatzbeschluss wurde im Juli 2023 vom Stadtrat gefassst. Die Fertigstellung ist – vorbehaltlich entsprechender Beschlüsse des Stadtrats – für das Jahr 2027 vorgesehen. Die geschätzten Kosten liegen bei 9 Mio. EUR. Der Freistaat Bayern fördert das Projekt voraussichtlich mit FAG-Mitteln. Kinderbetreuung und Bildung

12 Caritas Kinderhaus Pang Das Gebäude des Kinderhortes Pang soll aufgestockt und in ein Kinderhaus mit drei Kindergartengruppen und zwei Hortgruppen umgewandelt werden. Die Planung erfolgt gleichzeitig mit der Erweiterung der Grundschule Pang. Die Fertigstellung des Kinderhauses ist für 2027 vorgesehen. Für die Bauphase wird eine ortsnahe Übergangslösung für die Unterbringung der Hort- und Kindergartenkinder geplant. Die geschätzten Gesamtprojektkosten für die Aufstockung des Kinderhauses und die Schulerweiterung liegen bei 13,1 Mio. EUR. Der Freistaat Bayern fördert das Projekt voraussichtlich mit FAG-Mitteln. Kinderbetreuung und Bildung Foto: iStock.com/Lordn

13 4. Verkehr 4.1 ÖPNV Beitritt zum MVV Die Stadt Rosenheim ist, wie auch die Landkreise Rosenheim und Miesbach sowie der südliche Teil des Landkreises Bad Tölz Wolfratshausen, zum 10. Dezember 2023 dem Münchener Verkehrs- und Tarifverbund MVV beigetreten. Für die Fahrgäste ergeben sich aus dem Beitritt u. a. folgende Vorteile: Egal mit welchem Verkehrsmittel, es wird nur ein Fahrschein benötigt. Dieser Fahrschein ist über einheitliche Vertriebswege zu erwerben – digital oder analog. Kostenvorteile durch Tarifangebote, wie z. B. das MVV365-Euro-Ticket oder Monats- und Kombi-Tickets Abgestimmte Fahrpläne für Bus und Bahn ermöglichen bessere und einfachere Umstiege Eine übergreifende Fahrplanauskunft liefert die notwendigen Informationen, um im Verbundraum mobil zu sein. Professionelle Echtzeitinformation mit Routing Eine Fahrplan-App, die von Rosenheim bis zum Flughafen München reicht. Im gesamten Rosenheimer Stadtgebiet gilt Kurzstrecke, egal wie viele Haltestellen angefahren werden. Unter www. mvv-muenchen.de gibt es weiterführende Informationen zum MVV, den Ticketpreisen und die Fahrplanauskunft. Errichtung der Verkehrsgesellschaft Rosenheim mbH & Co. KG Rosenheim schlägt ein neues Kapitel zur Schaffung eines zukunftsfähigen und attraktiven Busverkehrs im Stadtgebiet auf. Die Stadt Rosenheim hat hierzu die Verkehrsgesellschaft Rosenheim GmbH & Co. KG gegründet. Die Stadt Rosenheim erwarb dafür u. a. alle Busse des bisherigen Stadtverkehrs und übernahm seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Übergang ist reibungslos verlaufen. Positiv für die Bürgerinnen und Bürger: Weil der städtische Busverkehr nun in der Verantwortung einer städtischen Betreibergesellschaft liegt, werden Entscheidungsprozesse kürzer und direkter. Verbesserung der Infrastruktur bei den Buswartehäuschen Ein Bestandteil der Attraktivitätssteigerung des ÖPNV ist es, dem Fahrgast ansprechende und funktionierende Haltestelleneinrichtungen, d. h., Witterungsschutz, Sitzgelegenheiten und aktuelle Fahrgastinformationen, zur Verfügung zu stellen. Um den ÖPNV einschließlich der Haltestelleneinrichtungen aus einer Hand anzubieten, ist als nächster Schritt geplant, die Verantwortung für die Haltestelleninfrastruktur grundsätzlich auf die neue Verkehrsgesellschaft zu übertragen. Die vorbereitenden Arbeiten hierzu laufen bereits. Eine Realisierung soll im Jahr 2025 erfolgen. App-gestützte Fahrgastinformation Die „MVV-App“ für Smartphones ist die App für kostenlose Fahrplanauskunft und den Kauf von MVV-HandyTickets. Wie die „MVV-Auskunft“ im Internet bietet die MVV-App schnell und zuverlässig Fahrplanauskünfte, MVV-HandyTickets sowie weiterführende Funktionen und Informationen für die Fahrt mit dem ÖPNV – in vielen Fällen in Echtzeit – und ergänzenden Mobilitätsangeboten. Mit wenigen Klicks findet der Fahrgast die gesuchten Verbindungen von Tür zu Tür, können Abfahrten und Ankünfte in der Umgebung oder an beliebigen Haltestellen im MVV angezeigt werden, lassen sich Netzpläne aufrufen und Informationen über geplante Fahrplanabweichungen (z. B. Baustellen) oder über die aktuelle Betriebslage (Störungen) abrufen. Außerdem haben Fahrgäste mit der MVV-App immer ihren persönlichen Fahrkartenautomaten dabei. Ausgewählte Tickets lassen sich, passend zur gesuchten Verbindung, mit wenigen Klicks als MVV-HandyTicket erwerben. Dazu gehören auch Tageskarten, Streifenkarte, Anschlussticket und Kurzstrecken-Ticket. Die Bezahlung ist bequem, z. B. mit Apple Pay oder Google Pay, möglich. Die MVV-App kann kostenlos und werbefrei im Apple App Store, im Google Play Store, in der Huawei App Gallery und auf Amazon heruntergeladen werden. Für den analogen Fahrgast sind an den zentralen Haltestellen Stadtmitte, Atrium und Bahnhof dynamische Anzeigen verbaut. Zusätzlich kann das TicketZentrum zu den Öffnungszeiten telefonisch kontaktiert werden. An anderen Haltestellen gibt es derzeit keine Auskunftsmöglichkeit. Die Fahrpläne sind an jeder Haltestelle in Papierform ausgehängt. Verkehr

14 4.2. Verkehrssteuernde Maßnahmen Gebührenpflicht Loretowiese Anfang April 2024 begann die Parkraumbewirtschaftung der Loretowiese. Die Parkgebühren werden werktags zwischen 08:00 Uhr und 18:00 Uhr erhoben und liegen bei 2,50 EUR für ein Fünf-Stunden-Ticket bzw. bei fünf EUR für ein Tagesticket. Insgesamt stehen an der Loretowiese vier Parkscheinautomaten zur Verfügung. Damit kann über die Parkscheinautomaten mit Münzgeld und über die App „Parkster“ bargeldlos bezahlt werden. Mit den damit erzielten Parkgebühreneinnahmen werden beispielsweise Verbesserungen im ÖPNV, der Radinfrastruktur oder die Instandhaltung von Parkhäusern finanziert. Kostenfreies Parken in den städtischen Parkhäusern Eine Stunde kostenfrei parken – in den neun Parkhäusern und Parkplätzen der Stadt Rosenheim ist dies seit dem 01. Dezember 2023 möglich. Die erste Stunde als kostenfreies Angebot gilt in den Parkhäusern P1 (Zentrum), P2 (KU‘KO), P3 (Rathaus), P4 (Mitte), P7 (Altstadt-Ost), P9 (Am Klinikum), P 12 (Bahnhof Nord) sowie am P20 (Parkplatz In der Schmucken) und am Parkplatz Pettenkoferstraße. Die Stadt Rosenheim erfüllt damit einen langgehegten und ausdrücklichen Wunsch des Rosenheimer Einzelhandels, von dem insbesondere die Besucherinnen und Besucher der Rosenheimer Innenstadt profitieren. Der Rosenheimer Stadtrat hatte sich mit großer Mehrheit für das einstündige kostenfreie Parken entschieden. Nach einer Stunde knüpfen die Parkgebühren an die derzeitige Regelung an. Sie starten bei zwei Euro bis zu eineinhalb Stunden Parkdauer und erhöhen sich pro halbe Stunde um einen Euro. Der Höchstbetrag ist bei zehn Euro gedeckelt. Eine Übersicht über die städtischen Parkmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.rosenheim.de. 4.3 Straßenbaumaßnahmen 2025 Äußere Münchener Straße – Neubau der Mangfallkanalbrücke Die Mangfallkanalbrücke stellt die einzige Engstelle im ansonsten vierspurigen Verlauf der Äußeren Münchener Straße vom Brückenberg bis zum Kreisel in der Schwaig dar. Sie ist in einem sehr schlechten Zustand. Eine Sanierung ist aufgrund der Baumängel nicht mehr wirtschaftlich. Die Fußgängerampel auf der Nordseite stellt ebenfalls einen Gefahrenpunkt dar. Unter diesen Aspekten wurde ein umfassender Ersatzneubau geplant. Die Planung beinhaltet eine getrennte Geh- und Radwegführung auf der Brücke sowie die Verbreiterung der nördlichen Unterführung für einen optionalen Radschnellweg. Geplant ist eine Brücke mit einer Fahrbahnbreite von 13,10 m und beidseitigen getrennten Geh- und Radwegen von je 4,80 m Breite. Die lichte Weite zwischen den Widerlagern beträgt wie bei der derzeitigen Brücke 22,00 m. Nordseitig wird eine Unterführung mit 6,0 m lichter Weite entstehen. Die Rampenanlagen werden barrierefrei ausgebildet. Aufgrund der Höhenentwicklung sind weitere Stützbauwerke auf der Nord-Ost-, Nord-West- und Süd-Ost-Seite der Äußeren Münchener Straße notwendig. Während der Bauzeit wird der Verkehr über Behelfsbrücken auf der West-Seite geführt. Das Bauvorhaben wird mit Mitteln des Landes nach dem Bayerisches Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (BayGVFG) und dem Bayerisches Finanzausgleichsgesetz (BayFAG) gefördert. Aufgrund des Umfangs wird die Bauabwicklung rund 1,5 Jahre in Anspruch nehmen. Der Baubeginn erfolgt im Oktober 2024. Am Oberfeld Nachdem die Bebauung des Gewerbegebietes „Am Oberfeld“ weit fortgeschritten ist, sind noch die restlichen Baufertigstellungsarbeiten auf dem nördlichen Gewerbering auszuführen. Hier sind neben den Seitenbereichen wie Gehwegen und Stellplätzen auch die noch fehlenden Asphaltschichten auszuführen. Verkehr

15 Grünfeldstraße Im kommenden Jahr werden Kanalbauarbeiten zum Anschluss der Gemeinde Raubling an das städtische Kanalnetz ausgeführt. In diesem Zusammenhang und in Ergänzung zur derzeit laufenden Bebauung wird der betroffene Straßenabschnitt ausgebaut. Prinzregentenstraße Die Stadtwerke Rosenheim erweitern 2025 in der Prinzregentenstraße das Fernkältenetz um rund 100 Meter und bauen zeitgleich die dort nicht mehr benötigte Gasleitung zurück. Außerdem ist die über 55 Jahre alte (Grauguss-) Wasserleitung zu erneuern, um Rohrbrüche in der vielbefahrenen Hauptstraße zu vermeiden. Aufgrund der Rohrleitungsdimensionen ist eine breite Baugrube erforderlich, so dass die für eine nur halbseitige Sperrung erforderliche Restfahrbahnbreite von drei Metern nicht eingehalten werden kann. Die rund viermonatige Baumaßnahme wird daher unter Vollsperrung der Prinzregentenstraße im Bereich zwischen Max-Josefs-Platz und Stollstraße ausgeführt. Die Gehwege sind von der Bautätigkeit nicht betroffen und die Geschäfte bleiben zugänglich. Der Baubeginn steht noch nicht konkret fest, aber eine Fertigstellung vor Beginn des Herbstfestes ist gesetztes Ziel. Damit ist ein Baubeginn im Mai 2025 wahrscheinlich. 4.4 Verbesserung der Radinfrastruktur Radverkehrsführung Küpferlingstraße Umsetzung Radentscheid In der Küpferlingstraße sind derzeit im Abschnitt Bahnunterführung bis Salzburger Weg beidseitig Schutzstreifen für den Radverkehr vorhanden. Im weiteren Verlauf fehlen solche Streifen. Das Maßnahmenkonzept zur Umsetzung des Radentscheids sieht die Anlage von beidseitigen Schutzstreifen für den Radverkehr vor. Die Realisierung soll in den nächsten Jahren, nach Ablauf einer geeigneten Frist zur Neuordnung der Pkw-Stellplätze, realisiert werden. Im Abschnitt zwischen Dr.-Hefner-und Prinzregentenstraße ist die notwendige Fahrbahnbreite für die Anlage von Schutzstreifen nicht vorhanden. Hier wurden bereits beidseitig Piktogrammketten markiert. Im Kreuzungsbereich mit der Prinzregentenstraße soll die Radverkehrsführung durch die Markierung von vorgezogenen aufgeweiteten Aufstellbereichen in der Küpferling- und Heilig-Geist-Straße verbessert werden. Dies wird in den kommenden Wochen erfolgen. Die dazu erforderliche Anpassung der Signalsteuerung wurde bereits vorgenommen. Radverkehrsführung Aisinger Straße Im Rahmen der Erstellung des Maßnahmenkonzepts zur Umsetzung des Radentscheids wurde die Verbesserung der Radverkehrsanlagen in der Aisinger Straße untersucht. Betrachtung fanden hierbei die vier folgenden Abschnitte: Aising Aising-Ost Freie Strecke Heilig Blut Mit Beschluss des Ausschusses für Verkehrsfragen und ÖPNV wurde die Verwaltung beauftragt, in einem ersten Teil in den Bereichen Heilig-Blut und Freie Strecke weitere Planungsschritte durchzuführen. Die Realisierung für den ersten Teil (Heilig Blut) erfolgt derzeit in Kombination mit Leitungsverlegungsarbeiten und ist bis Ende des Jahres abgeschlossen. Der Querschnitt wird im Zuge der Oberflächenwiederherstellung neu aufgeteilt, so wird in östliche Richtung ein Schutzstreifen in Radentscheidsbreite realisiert. Auf der Nordseite der Aisinger Straße verläuft weiterhin ein Gehweg. Fahrradstraßen Achse Kaltwies-, Leitzach- und Eichfeldstraße Zum Thema Fahrradstraßen wurde von einem beauftragten Büro eine Untersuchung für das Stadtgebiet Rosenheim durchgeführt. Im Ergebnis wurden mehrere Achsen ermittelt, auf denen die Einrichtung von Fahrradstraßen als Teil der Netzplanung für ein durchgängiges Radverkehrsnetz sinnvoll ist. Als erster Abschnitt wurde eine Fahrradstraße auf der Achse Eichfeld-/Kaltwies-/Leitzachstraße vorgeschlagen. Als erster Schritt wurde ein Teilbereich der Eichfeldstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt und nur noch als Geh- und Radweg freigegeben. Die weiteren Bauarbeiten in der Eichfeldstraße südlich des Kirchenweges sollen noch in diesem Jahr begonnen werden. Geh- und Radwegeverbindung entlang der B 15 Derzeit fehlt der stadteinwärtige Lückenschluss in der Geh- und Radwegeverbindung aus Raublinger Gemeindegebiet kommend in Richtung Rosenheim bis zur Miesbacher Straße. Diese Lücke im Radwegenetz soll durch den Neubau der Geh- und Radwegeverbindung entlang der B 15 zwischen Tizianstraße und Panorama-Kreuzung geschlossen werden. Verkehr

16 Überdachte Fahrradabstellanlagen Zur Verbesserung der Situation für Radfahrerinnen und Radfahrer wurden im Stadtgebiet drei überdachte Fahrradabstellanlagen realisiert. Diese sind an den Standorten in der Inn-, und derSalinstraße sowie am Riedergarten zu finden. Die Abstellanlage am Riedergarten beinhaltet Ladestationen für E-Bikes und eine von sieben Servicestationen, die verteilt im Stadtgebiet aufgestellt wurden. Derzeit laufen Planungen und Abstimmungen mit der Förderbehörde zur Erweiterung der Fahrradabstellanlagen südlich und nördlich des Bahnhofes. Hier sollen zusätzliche überdachte Abstellmöglichkeiten geschaffen werden. Auch am Bahnhalt Aicherpark ist vorgesehen, noch in diesem Jahr die derzeit nicht überdachten Fahrradständer um eine Überdachung zu ergänzen. Hier sollen auch die vorhandenen herkömmlichen Abstellplätze zur Erhöhung der Kapazität durch Doppelstockparker ersetzt werden. 4.5 Kernforderungen zum Brenner Nordzulauf Die Stadt Rosenheim vertritt nach wie vor die Auffassung, dass der Bedarf für den Neubau der nördlichen Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel bislang nicht ausreichend nachgewiesen ist. Unabhängig davon erhebt die Stadt Rosenheim Kernforderungen, die im Wesentlichen beinhalten: Für den Fall der Verwirklichung des Nordzulaufs zum Brennerbasistunnel in Form der derzeit in Planung befindlichen Vorzugsvariante ist zwingend die Querung des Inns im Norden von Rosenheim als Unterquerungsbauwerk auszuführen. Eine andere Planung kann nicht hingenommen werden. Bei der Planung ist besonders auf den Schutz von Grund- und insbesondere Trinkwasser zu achten. Für den Interims-Zeitraum, in dem während der Planungs- und Bauphase der Maßnahme der nördliche Zulaufverkehr zum Brennerbasistunnel noch auf der Bestandstrecke abgewickelt werden muss, ist der Lärmschutz auf der Bestandsstrecke zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Rosenheim soweit möglich auf Neubaustandard zu ertüchtigen. Für den Fall, dass die DB-Netz-AG die oben dargestellte Alternativplanung nicht übernehmen sollte, wird die Stadt diese Alternativplanung in einem evtl. Planfeststellungsverfahren im Wege der Erhebung von Einwendungen einbringen und fordern. Verkehr Foto: Siegfried Kerscher

17 5. Bau und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen 5.1 Rahmenplanung für das Bahngelände Süd Die Stadt hat das Ziel, die Flächen des Bahngeländes Süd vom Bundeseisenbahnvermögen zu erwerben und städtebaulich zu entwickeln. Die Verhandlungen zum Erwerb der Konversionsflächen laufen, für eine Teilfläche steht ein Erwerb schon im Jahr 2025 in Aussicht. Das ursprüngliche städtebauliche Entwicklungskonzept von 2011 kann im Bahngelände Süd aufgrund veränderter Rahmenbedingungen (u. a. Grundstückszuschnitt, Haupterschließung und Nutzungskonzept) nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen umgesetzt werden. Die Stadt lässt daher seit Anfang 2024 über ein interdisziplinär aufgestelltes Planungsteam eine Fortschreibung der Rahmenplanung für das Bahngelände Süd erarbeiten, die auch im Hinblick auf die städtebaulichen Herausforderungen (z. B. Klimaschutz und Klimafolgenanpassung, Schwammstadt) beispielhaft für weitere Flächenentwicklungen in Rosenheim sein soll. Der Stadtrat hat im Juni 2024 dem im Zuge der Fortschreibung entwickelten Zukunftsbild und den grundlegenden Leitlinien für die Quartiersentwicklung zugestimmt und eine erste Konzeptvariante mit den Planungsbestandteilen „Bau einer Geh- und Radwegbrücke“ und „(Teil-)Erhalt des ehemaligen Ausbesserungswerks“ bestätigt und die Vorentwurfsplanung zur weiteren Vertiefung freigegeben. Die Träger öffentlicher Belange wurden Ende Juli um Stellungnahme zum bislang vorliegenden Zwischenstand der Planung gebeten. Zudem wurde eine Bürgerbeteiligungsveranstaltung am 24.09.2024 durchgeführt, bei der über die Ziele und Vorschläge der Rahmenplanung informiert wurde und Ideen und Anregungen zur weiteren Planung und Ausgestaltung des Quartiers aufgenommen wurden. Die Vorlage des fertigen Planungskonzepts ist gegen Ende 2024 vorgesehen. Danach sollen in Abhängigkeit vom weiteren Verlauf der Kaufverhandlungen, die Rahmenplanung über Bebauungspläne rechtlich umgesetzt und die bauliche Umsetzung auf den verschiedenen Teilflächen in Angrifff genommen werden. Parallel wurde die Planung für die neue Geh- und Radwegbrücke über die Bahnhofsgleisanlagen in der Stadtverwaltung angestoßen, die künftig die beiden Teile des Bahngeländes sowie darüber hinaus die Innenstadt mit den südlichen Stadtquartieren an der Mangfall verbinden soll. 5.2 Eisstadion: Bauliche Ertüchtigung Bei der Sanierung des Eisstadions handelt es sich seit 2023 um die Dachsanierung, die (teilweise) Fassadensanierung und -neugestaltung, die Erneuerung der Eingangstüren, der Eisbande und Rollstuhlrampen sowie die Fassadengestaltung und den Austausch des Bodenbelags. Die Umsetzung fast aller Maßnahmen wurde in der eisfreien Zeit 2024 abgeschlossen, lediglich Restarbeiten, die Fassadengestaltung und die Westfassadensanierung stehen noch aus. Diese Maßnahmen haben ein Teilbudget von rund 5 Mio. EUR und werden mit bis zu 2,2 Millionen EUR durch das Bundesprogramm Sanierung Kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur gefördert. Die brandschutz-, anlagentechnische und bauliche Instandsetzung insgesamt läuft seit 2018 und die Gesamtprojektsumme dafür liegt bei über 14,5 Millionen EUR. Bau und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen

18 5.3 Errichtung einer Flüchtlingsunterkunft im Bahnhofsareal Süd und Freimachung der Luitpoldhalle. Auf dem Bahnhofsgelände Süd entstand im Laufe des Jahres eine Flüchtlingsunterkunft. Sie besteht aus zwei Häusern, die in Modulbauweise erstellt wurden und 150 Menschen Platz bietet. Neben den normalen Wohnräumen wird hier auch die dezentrale Erstaufnahmeeinrichtung als Ersatz für die Luitpoldhalle realisiert. Die Gebäude wurden Ende August fertiggestellt und an die Stadt übergeben. Lediglich das Anlegen des Grundstückes im Umgriff der Häuser wird voraussichtlich erst im Laufe des Oktobers abgeschlossen sein. Durch Erhalt einiger Baumbestände und Grünflächen entsteht ein ansprechender Außenbereich, der ergänzt durch Spielgeräte und Sitzgelegenheiten, den Aufenthalt im Freien angenehm gestaltet. Anfang September wurde die Unterkunft ausgestattet und eingerichtet. Die Arbeiten zur Bezugsfertigkeit konnten bis Mitte September abgeschlossen werden, so dass Ende September die ersten Bewohner einziehen konnten. Mit Auszug der Bewohner aus der Luitpoldhalle wird diese nun zurückgebaut und steht noch im Laufe des Oktobers dem Schul- und Vereinssport wieder zur Verfügung. Bau und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen

19 Bau und städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen

20 6. Energiekompass und Klimawandelanpassungskonzept 6.1 Maßnahmen der Stadtwerke Rosenheim Das Ziel der Rosenheimer Stadtwerke (SWRO) ist ein wirtschaftlich sinnvoller und effektiver Klimaschutz. Für eine hohe Eigenständigkeit bei der Energieerzeugung und eine bis 2035 CO2-neutrale Versorgung der Stadt mit Strom und Fernwärme investieren die SWRO kontinuierlich in effiziente und nachhaltige Technologien. Das vor über einem Jahrzehnt erstmals aufgelegte, 2020 fortgeschriebene und 2023 weiterentwickelte Energiekonzept für Rosenheim ist für die SWRO unter Berücksichtigung umweltschonender Technik und aktuell geltender Vorschriften Richtschnur auf dem Weg zur Dekarbonisierung. Die SWRO setzen bei der Verwirklichung dieses Konzepts auf wirtschaftlich vernünftige Lösungen. Dazu investieren sie in: Kraft-Wärme-Kopplung Holzvergasung Wärmenetze Wärmespeicher Wärmepumpen Abwassernutzung Biogas Handelssysteme 6.2 Städtische Maßnahmen Die klimatischen Veränderungen haben auch lokal große Auswirkungen. Die Stadt Rosenheim hat ein Klimawandelanpassungskonzept erstellt, um sich auf die Folgen des Klimawandes einstellen und Schutzmaßnahmen treffen zu können. Bei Erstellung des Konzepts wurden die lokalen Auswirkungen des Klimawandels ermittelt und konkrete Maßnahmen für Rosenheim entwickelt. Die Maßnahmen waren Ergebnis eines intensiven Beteiligungsprozesses der Bürgerschaft sowie der Fachbereiche und Behörden. Im Oktober 2023 wurde das Klimawandelanpassungskonzept vom Stadtrat einstimmig beschlossen. Die Stadt wird sich zunächst auf die stark versiegelte und somit durch Hitze belastete Innenstadt fokussieren. Zur Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität soll mehr Grün geschaffen werden, das sowohl durch Verschattung als auch durch Verdunstung für Abkühlung sorgt. Die Straßenzüge Reifenstuel-, Salin-, Reichenbach- und Hofmannstraße konnten bereits begrünt werden. Angestrebt werden weitere Begrünungen von Straßen- und Platzflächen sowie Dach- und Fassadenbegrünungen. Als Grundlage wird ein Begrünungskonzept für die Innenstadt erstellt. Aktuell wird die Fassade der Stadtbibliothek begrünt, um die Hitzeentwicklung am Salzstadel abzumildern. Im Salingarten soll eine Sprühnebelanlage als Kühlelement installiert werden. Bei den künftigen Begrünungsmaßnahmen in der Innenstadt soll das Schwammstadtprinzip umgesetzt werden. Es ist ein wichtiges Instrument, um die Stadt vor Starkregen, Hochwasser und Trockenheit zu schützen. Das in Baumgruben mit Rigolen rückgehaltene Oberflächenwasser stellt eine Entlastung des Kanalnetzes bei Starkregenereignissen dar und dient der Bewässerung der Bäume in Hitzeperioden. Bei der Gebietsentwicklung des Bahngeländes Süd ist das Schwammstadtprinzip eine Planungsvorgabe. Der gesamte öffentliche Raum wird als sog. „grün-blauer“ Stadtboden mit Retentionsräumen und intensiver Begrünung geplant. Begleitend zu allen Maßnahmen wird Informationsmaterial für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Dadurch soll für das Thema sensibilisiert, über Risiken und Möglichkeiten, sich zu schützen aufgeklärt und Informationen zu den durchgeführten Maßnahmen gegeben werden. Energiekompass und Klimawandelanpassungskonzept Informieren Sie sich gerne hier:

21 7. Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) Anlass, Ziel und Inhalt eines ISEK Die Stadt möchte den Flächennutzungsplan (FNP) aus 1995 mit seinen inzwischen über 50 Änderungen neu aufstellen. Als Grundlage für die zukunftsfähige Entwicklung der Stadt soll dem formellen Planungsinstrument FNP jedoch ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) mit einem Planungshorizont bis 2040 vorgeschaltet werden. Bedeutung für Stadt, Ortsteilkonzepte Das ISEK stellt einen interdisziplinär und unter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeiteten räumlich-funktionalen „Zukunftsplan“ für die Gesamtentwicklung der Stadt dar und zeigt grundlegende Entwicklungsziele für Siedlung, Natur und Freiraum, Klima, Wirtschaft, Kultur und Bildung sowie Mobilität auf und benennt konkrete Maßnahmen, wie die einzelnen Ziele erreicht werden können. Eine Besonderheit im Rosenheimer ISEK stellen die sogenannten Ortsteilkonzepte dar, in denen die Entwicklung meist kleinerer Ortsteile im Kontext der gesamtstädtischen Entwicklung eine vertiefte Betrachtung erfahren sollen. Beauftragung des ISEK, bisherige Schritte Mit der Erstellung des neuen ISEK für Rosenheim wurde ein Planungsteam aus den Büros UmbauStadt (Wien/Weimar) und nonconform (Wien/Rosenheim) beauftragt. Ergänzend zum Hauptkonzept werden noch zwei Fachkonzepte für„Landschaft und Freiraum“ (MGK, München) sowie„Umwelt, Klima, Klimawandel“ (LAND, Düsseldorf) erstellt. Arbeitsprozess, Arbeitsschritte und Beteiligte Im Arbeitsprozess wurden bisher erledigt: Bestandsaufnahme (bis Anfang 2024) Herausarbeiten von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken (bis Frühjahr 2024) Noch in Bearbeitung befinden sich: Leitbild, Strategien, Ziele, Handlungsleitlinien (ab Sommer 2024) Handlungsräume und Handlungsfelder Projekte und Maßnahmen Auch die sog. Träger öffentlicher Belange, örtliche Experten sowie der Stadtrat sind in die Erarbeitung des ISEK einbezogen. Information und Beteiligung der Bürgerschaft Wichtig für den ISEK-Prozess sind Formate der Bürgerbeteiligung, die über die Projektlaufzeit vorgesehen sind: Ein erstes„Schnupper“-Format waren öffentliche „Analysespaziergänge“ in den Stadtquartieren an vier Nachmittagen im November 2023, die die örtlichen Belange aus Bürgersicht aufgezeigt haben. Als Herz der Bürgerbeteiligung haben von Mai bis Juli 2024 vier Bürgerbeteiligungs-Wochen in Präsenz und auch online stattgefunden. In jeder Themenwoche fand ein themenbezogener Diskussionsabend als Einstieg in das jeweilige Thema statt. Bei einem Workshop konnten sich lokale Akteure und die Bürgerschaft vernetzen und auch eigene Ideen und Ansätze in den ISEK-Prozess einbringen. Darauf folgte jeweils ein Themen-Workshop, in dem von der Bürgerschaft und lokalen Akteuren konkrete Projektvorschläge für den weiteren Prozess entwickelt und dokumentiert wurden. Einer der vier Workshops war dabei ein spezieller Jugend-Workshop mit Schülerinnen und Schülernn aus weiterführenden Schulen Rosenheims. Den Abschluss jeder Themenwoche bildete ein Marktstand auf dem Ludwigsplatz, bei dem jeweils die Ergebnisse der Themenwoche gebündelt dargestellt wurden und das Projektteam den Bürgerinnen und Bürgern für Fragen und weitere Anregungen zur Verfügung stand. Alle Ergebnisse aus den Themenwochen werden auf der Projekthomepage dokumentiert, die bis zum Ende der Projektlaufzeit aufrufbar bleibt. Die Bürgerveranstaltungen wurden ergänzend zum Büro UmbauStadt von einem erfahrenen Kommunikations- und Planungsbüro konzipiert und begleitet, um die Einbindung und Interaktion der Bürgerthemen im Gesamtprozess des ISEK sicherstellen zu können. Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK)

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