Informationen zum Umgang, Bekämpfung und Vermeidung von Rattenbefall 50 JAHRE STÄDTEPARTNERSCHAFT – JUMELAGE 1974 –2024 BRIANÇON – ROSENHEIM FESTSCHRIFT DOCUMENT COMMÉMORATIF
Festbroschüre 50 Jahre Städtepartnerschaft Jumelage Briançon – Rosenheim 1974 – 2024
Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 5 Inhaltsverzeichnis / Table des Matières Vorwort / Avant-propos Grußworte / Mots de bienvenue Oberbürgermeister Andreas März / Maire Andreas März ............................................................................................................................................................................... 4 / 5 Oberbürgermeister Arnaud Murgia / Maire Arnaud Murgia.............................................................................................................................................................................. 6 / 7 Förderverein Städtepartnerschaft Briançon – Rosenheim e. V., Vorsitzende Dr. Daniela Mann / Comité de jumelage Briançon - Rosenheim, Présidente Dr. Daniela Mann........................................................................................... 8 / 9 Komitee Briançon / Comité Briançon.................................................................................................................................................................................. 10 / 11 Geschichte der Partnerschaft / Histoire du Jumelage Wie alles begann – Ein Zufall führt 1968 nach Briançon / Comment tout a commencé - Un hasard mène à Briançon en 1968 ................................................................................................. 14 / 15 Gründung der Städtepartnerschaft und wichtige Meilensteine / Création du jumelage et étapes importantes.................................................................................................................................... 26 / 27 50-jähriges Jubiläum / 50e anniversaire................................................................................................................................................................................. 44 / 45 Genau hingeschaut / Focus sur Die Freundschaftskomitees in beiden Städten bzw. der Förderverein in Rosenheim seit 2014 / Les comités d‘amitié dans les deux villes ou l‘association de soutien à Rosenheim depuis 2014 .................................................... 52 / 53 Reisen der Fördervereine / Voyages des Comité de jumelage Briançon - Rosenheim................................................................................................................... 58 / 59 Sportliche Beziehungen / Relations sportives.............................................................................................................................................................................. 74 / 75 Musikalische Höhepunkte / Des moments musicaux forts.............................................................................................................................................................. 82 / 83 Schulaustausch von Anfang an / Des échanges scolaires dès le début................................................................................................................................................... 84 / 85 Persönliche Erfahrungen mit der Partnerschaft von A bis Z / Expériences personnelles avec le jumelage de A à Z.............88 / 89 Wenn Sie gerne mitmachen möchten / Si vous souhaitez participer....................................................................... 110 Impressum und Dank / Mentions légales et remerciements....................................................... 111 Landkarte mit den Städten / Carte avec les villes.......................................................................................... U4
6 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 7 Liebe Leserinnen und Leser, wir wünschen Ihnen viel Spaß und Neugier beim Durchstöbern unserer Broschüre zur Geschichte der Städtepartnerschaft zwischen den beiden Städten Briançon und Rosenheim. Es ist keine wissenschaftliche Arbeit. Wir sind eine Gruppe von engagierten Bürgerinnen und Bürgern in den beiden Städten und haben mit Hilfe von vielen Privatpersonen, aber auch Informationen aus Presseartikeln, Befragungen und anderen Dokumenten zusammengestellt, was aus unserer Sicht interessant und lesenswert erscheint. Die Übersicht erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Außerdem können wir nicht gewährleisten, dass trotz intensiver Forschungsarbeit Themen fehlerhaft oder unvollständig dargestellt sind. Wir wünschen Ihnen viel Freude! Und wenn es Sie anspricht, machen Sie doch mit bei unserer Partnerschaft! Redaktion Marianne Eckardt (D), Maria Knott-Klausner (D), Gitta Hösl-Biehler (D), Gerhard Biehler (D), Christine Pröbstl (D), Gabriele Müller (D) Monique Schmauch (F), Isabelle Garneret-Ravel (F), Prof. Dr. Christian Lohse (D) Chères lectrices et chers lecteurs, Nous vous souhaitons beaucoup de plaisir et de curiosité en parcourant notre brochure sur l‘histoire du jumelage entre les deux villes de Briançon et de Rosenheim. Il ne s‘agit pas d‘un travail scientifique. Nous sommes un groupe de citoyens engagés dans les deux villes et avons rassemblé, avec l‘aide de nombreux particuliers, mais aussi d‘informations tirées d‘articles de presse, d‘enquêtes et d‘autres documents, ce qui nous semble intéressant et digne d‘être lu. Cet aperçu n‘a pas la prétention d‘être exhaustif. En outre, nous ne pouvons pas garantir que, malgré un travail de recherche intensif, des thèmes soient présentés de manière erronée ou incomplète. Nous vous souhaitons beaucoup de plaisir ! Et si cela vous interpelle, n‘hésitez pas à participer à notre jumelage ! Vorwort Avant-Propos
8 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 9 Grußworte Mots de bienvenue
10 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 11 Grußworte Mots de bienvenue Liebe Freundinnen und Freunde der Städtepartnerschaft Briançon – Rosenheim, mit großer Freude feiern wir in diesem Jahr 2024 das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Briançon und Rosenheim. Bis heute ist die Verbindung eine lebendige Beziehung zwischen unseren Städten und die älteste Städtepartnerschaft von Rosenheim. Die deutsch-französische Freundschaft wird seit der Gründung des Fördervereins im Jahr 2014 noch vielfältiger und intensiver gepflegt. So finden regelmäßig gegenseitige Besuche im Sommer und Winter statt, um die regionale und kulturelle Vielfalt der Partnerstädte besser kennenzulernen. Zudem entwickelte sich im Rahmen der Städtepartnerschaft vor gut 35 Jahren eine Schulpartnerschaft mit regem Austausch von Schülerinnen und Schülern. Bei Empfängen im Rathaus kann ich immer wieder die grenzüberschreitende Begeisterung aller Jugendlichen sowie Lehrerinnen und Lehrern spüren. Mein Dank gilt an diesem Jubiläum allen, die sich in den vergangenen 50 Jahren für die städtepartnerschaftlichen Beziehungen eingesetzt haben. Ganz besonders möchte ich hier die Vorstandschaft des Fördervereins hervorheben. Darüber hinaus danke ich den Vereinsmitgliedern und den französischen Freunden für die Mitwirkung, das positive Fundament für die wechselseitigen Beziehungen aufrecht zu erhalten. Lasst uns gemeinsam feiern, mit schönen Erinnerungen aus vergangenen Jahren und belebten Beziehungen in der Zukunft. Ich wünsche uns allen weitere tief verbundene Jahre. Mit herzlichen Grüßen Andreas März Oberbürgermeister der Stadt Rosenheim Chères amies et chers amis du jumelage Briançon - Rosenheim, C‘est avec une grande joie que nous fêtons en cette année 2024 le cinquantième anniversaire du jumelage entre Briançon et Rosenheim. Aujourd’hui encore, ce lien est une relation vivante entre nos villes et le plus ancien jumelage de Rosenheim. Depuis la création de l‘association de soutien en 2014, l‘amitié franco-allemande est entretenue de manière encore plus variée et intensive. Ainsi, des visites réciproques ont lieu régulièrement en été et en hiver afin de mieux connaître la diversité régionale et culturelle des villes jumelées. De plus, dans le cadre du jumelage, un partenariat scolaire s‘est développé il y a un peu plus de 35 ans avec un échange actif d‘élèves. Lors des réceptions à l‘hôtel de ville, je peux toujours ressentir l‘enthousiasme transfrontalier de tous les jeunes et de leurs enseignants. En cette occasion, je tiens à remercier tous ceux qui se sont investis dans les relations de jumelage au cours des 50 dernières années. Je tiens à souligner tout particulièrement le comité directeur de l‘association de soutien. En outre, je remercie les membres de l‘association et les amis français d‘avoir contribué à maintenir les bases positives des relations mutuelles. Faisons la fête ensemble, avec de beaux souvenirs des années passées et des relations revitalisées pour l‘avenir. Je nous souhaite à tous d‘autres années profondément liées. Avec mes salutations les plus chaleureuses Andreas März Maire Rosenheim Foto/Photo: Team 13
12 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 13 50 Jahre ... ein schöner Geburtstag! 50 Jahre ist ein schönes Alter. Ein Alter, das eine einzigartige Periode markiert, ein Alter, das reich an vergangenen Erfahrungen ist. Im Bereich der Freundschaft ist eine 50-jährige Verbindung selten und wertvoll. Rosenheim und Briançon haben das Glück, diese Verbindung zu kennen und in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen der Städtepartnerschaft zu feiern. Abgesehen von dem starken Symbol, das diese Freundschaft im Hinblick auf die Geschichte darstellt, möchte ich diese Zeilen nutzen, um auf unsere Gemeinsamkeiten hinzuweisen. Ähnlichkeiten im Bereich des Austauschs und des Einflusses, da unsere beiden Städte in der Nähe verschiedener Länder liegen. Italien für Briançon und Österreich für Rosenheim. Ähnlichkeiten in Bezug auf die Attraktivität, da viele Menschen in unsere Städte kommen, um von der einzigartigen Nähe zu den Bergen zu profitieren. Ähnlichkeiten gibt es auch im Bereich des Sports, denn auch für die Bewohner von Briançon ist Eishockey manchmal von nationaler Bedeutung. Was mir am meisten auffällt, ist, dass wir – Franzosen wie Deutsche, Briançonnais wie Rosenheimer – uns darin ähneln, gute Menschen zu sein. Für uns gibt es nichts Schöneres, als mit der Familie oder mit Freunden zusammenzukommen und einen Moment bei einem kühlen Bier zu teilen. Uns allen möchte ich zu einem schönen Geburtstag gratulieren. Dieses Büchlein bietet die Gelegenheit, die Geschichte einer Städtepartnerschaft festzuhalten, die noch viele schöne Tage vor sich hat. Arnaud Murgia Bürgermeister Briançon « 50 ans … Un bel anniversaire ! » 50 ans est un bel âge. Un âge qui marque une période singulière, un âge riche de ses expériences passées. En matière d’amitié, un lien de 50 ans est rare et précieux. Rosenheim et Briançon ont la chance de connaître ce lien et de fêter cette année leur 50ème anniversaire de jumelage. Au-delà du symbole fort que cette amitié représente au regard de l’histoire, je voudrais profiter de ces lignes pour évoquer nos similitudes. Des similitudes en matière de partage et d’influence, puisque nos deux villes sont proches de pays différents. L’Italie pour Briançon, l’Autriche pour Rosenheim. Des similitudes en matière d’attractivité puisque nombreux sont celles et ceux qui viennent dans nos Villes, profiter de cette proximité unique que nous avons avec la montagne. Des similitudes, enfin, en matière de sport puisque pour les Briançonnais aussi, le hockey sur glace, revêt parfois des enjeux d’envergure nationale. Ce qui me frappe le plus, c’est notre ressemblance, Français comme Allemands, Briançonnais comme Rosenheimois, à être de bons vivants. Pour nous, rien n‘est plus merveilleux que de se rassembler en famille, entre amis et de partager un moment autour d’une bière fraîche. A tous, je veux souhaiter un bel anniversaire. Ce livret est l’occasion de retracer l’histoire d’un jumelage qui a encore de beaux jours devant lui. Arnaud Murgia Maire de Briançon Grußworte Mots de bienvenue
14 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 15 Liebe Freunde unserer Städtepartnerschaft Briançon – Rosenheim, es ist mir eine große Freude und Ehre, das 50-jährige Jubiläum unserer Städtepartnerschaft zu feiern und mitzugestalten, für die mein Vater, Georg Weindl, 1968 mit Knüpfen des Kontaktes nach Briançon den guten Boden bereitete, auf den 1974 ein junger Baum gepflanzt wurde. Mittlerweile ist diese Pflanze zu einem stattlichen Baum geworden, hat magere und gute Zeiten erlebt, und heute können wir die Früchte ernten. Aber auch dieser Baum muss gepflegt werden und das bedeutet, dass wir nicht aufhören, uns stetig um die gegenseitigen Kontakte/Vernetzungen zwischen unseren Städten zu bemühen. So wie wir den Baum zum Leben brauchen, braucht es gerade heute Städtepartnerschaften als Botschafter des Zusammenhaltes in Europa. Mehr noch als durch die hohe Politik sind unsere beiden Länder Deutschland und Frankreich heute durch persönliche und zwischenmenschliche Beziehungen verbunden – durch Freundschaft. Das Mitwirken und die Freude unserer Bürger am gegenseitigen Zusammenwirken sind wie Wasser und Dünger für unseren„Baum“ und ich danke all unseren Mitgliedern und freiwilligen Helfern auf beiden Seiten in Rosenheim und Briançon, die diese Städtepartnerschaft tragen und ohne deren Einsatz unsere Städtepartnerschaft nicht„leben“ und wachsen würde. Vivent l’amitié et le jumelage! Dr. Daniela Mann 1. Vorsitzende Förderverein Städtepartnerschaft Briançon – Rosenheim Chers amis de notre jumelage Briançon – Rosenheim, C‘est un grand plaisir et un honneur pour moi de célébrer et de participer au 50ème anniversaire de notre jumelage, pour lequel mon père, Georg Weindl, a préparé le terrain en 1968 en nouant le contact avec Briançon, et sur lequel un jeune arbre a été planté en 1974. Entre-temps, cette plante est devenue un arbre imposant, a connu des périodes de vaches maigres et des périodes de vaches grasses, et nous pouvons aujourd‘hui en récolter les fruits. Mais cet arbre doit lui aussi être entretenu, ce qui signifie que nous ne devons pas cesser de nous efforcer d‘établir des contacts/réseaux mutuels entre nos villes. Tout comme nous avons besoin de l‘arbre pour vivre, nous avons besoin aujourd‘hui des jumelages de villes en tant qu‘ambassadeurs de la cohésion en Europe. Plus encore que par la haute politique, nos deux pays, l‘Allemagne et la France, sont aujourd‘hui liés par des relations personnelles et interpersonnelles - par l‘amitié. La participation et le plaisir de nos citoyens à travailler ensemble sont comme l‘eau et l‘engrais pour notre « arbre » et je remercie tous nos membres et bénévoles des deux côtés, à Rosenheim et à Briançon, qui portent ce jumelage et sans l‘engagement desquels notre jumelage ne « vivrait » pas et ne grandirait pas. Vivent l‘amitié et le jumelage ! Dr. Daniela Mann 1ère présidente de l‘Comité de jumelage Briançon - Rosenheim Grußworte Mots de bienvenue
16 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 17 Partnerschaftskomitee Briançon Grußwort des Leitungsteams 2024 Es ist für das derzeitige Team des Partnerschaftskomitees Briançon – Rosenheim eine Selbstverständlichkeit, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass die Bewohner der beiden Partnerstädte sich regelmäßig treffen, Freundschaften schließen und gemeinsame Momente schaffen können, indem sie Aufenthalte organisieren – ein Jahr in Bayern, ein Jahr in Briançon, um das Land unserer Austauschpartner besser kennenzulernen. Es ist uns auch wichtig, die deutsche Kultur bekannt zu machen, indem wir seit mehreren Jahren einen Abend „Deutsches Kino“ organisieren, um in Frankreich wenig bekannte Filme zu zeigen. Wir bieten Begegnungen und Vorträge an, bei denen aktuelle, kulturelle oder historische Themen angesprochen werden (z. B. vor der Europawahl im Mai ein Vortrag über Europa). Dieser Austausch, diese Kontakte tragen zum Kennenlernen des anderen, zum gegenseitigen Verständnis bei und sind somit Teil des Lebens und der Geschichte Europas. Die Präsidentin Monique Schmauch, der stellvertretende Vorsitzende Serge Chassagne, die Schriftführerin Isabelle Garneret-Ravel die Schatzmeisterin Rose-Mary Fonquerne und die anderen Mitglieder des Vorstands Comité de jumelage Briançon Le mot de l’équipe dirigeante 2024 C’est une évidence pour l’équipe actuelle du comité de jumelage Briançon-Rosenheim de continuer à oeuvrer pour que les habitants des deux villes jumelles puissent se rencontrer régulièrement, lier des amitiés, créer des moments de partage, en organisant des séjours, une année en Bavière, une année en Briançonnais, pour mieux connaître notre pays ami. Il nous est également important de faire connaître la culture allemande, en organisant depuis plusieurs années une soirée « cinéma allemand » pour montrer des films peu connus en France et aborder ainsi des thèmes d’actualité, de culture ou d’histoire, en proposant des rencontres et des conférences (une conférence sur le thème de l’Europe en ce mois de mai 2024, par exemple, à la veille des élections européennes). Ces échanges, ces contacts, participent à la connaissance de l’autre, à la compréhension mutuelle et s’inscrivent ainsi dans la vie et l’histoire de l’Europe. la présidente Monique Schmauch, le vice-président Serge Chassagne, la secrétaire Isabelle Garneret-Ravel, la trésorière Rose-Mary Fonquerne et les autres membres du conseil d’administration Grußworte Mots de bienvenue
18 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 19 Geschichte der Partnerschaft Histoire du jumelage
20 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 21 Olympische Winterspiele in Grenoble 1968 – Ein Zufall führt nach Briançon 2024 jährt sich die Städtepartnerschaft zwischen Rosenheim und Briançon zum 50. Mal, begonnen hat alles jedoch zufällig und aufgrund einer privaten Initiative im Jahr 1968, was damals aber noch niemand wissen konnte. Georg Weindl, ein junger Postbeamter aus Rosenheim, wollte 1968 mit seinen Kollegen eine Skireise zu den Olympischen Winterspielen nach Grenoble unternehmen und war auf der Suche nach einer kostengünstigen Unterkunft. Seine Wahl fiel auf auf das mehr als 100 km entfernt liegende Briançon, weil in der Nähe von Grenoble keine Unterkunft mehr zu bekommen war. Georg Weindl orientierte sich auf der Landkarte und beschloss, Paul Lhuisset, den Leiter des dortigen Postamtes im Bergstädtchen Briançon, anzuschreiben und ihn um Hilfe zu bitten. Durch ihn wurde auch ein Hotel gefunden, das Hotel Vauban. Es gehörte der Familie Sémiond, die sich sehr für die Freundschaft zwischen den beiden Städten eingesetzt hat. Jeux olympiques d‘hiver de Grenoble 1968 - Un hasard qui mène à Briançon En 2024, le jumelage entre Rosenheim et Briançon fêtera son 50e anniversaire, mais tout a commencé par hasard et grâce à une initiative privée en 1968, ce que personne ne pouvait savoir à l‘époque. Georg Weindl, un jeune fonctionnaire de la poste de Rosenheim, souhaitait en 1968 se rendre avec ses collègues à Grenoble pour un voyage de ski aux Jeux Olympiques d‘hiver et était à la recherche d‘un hébergement bon marché. Son choix s‘est porté sur Briançon, à plus de 100 km de là, car il n‘était plus possible de trouver un hébergement dans les environs de Grenoble. Georg Weindl, s‘est orienté sur la carte et a décidé d‘écrire à Paul Lhuisset, le directeur du bureau de poste de la petite ville de montagne de Briançon, pour lui demander de l‘aide. Grâce à lui, un hôtel a été trouvé, l‘hôtel Vauban. Il appartenait à la famille Sémiond, qui a beaucoup œuvré pour l‘amitié entre les deux villes. Geschichte der Partnerschaft Histoire du jumelage Paul Lhuisset mit 80 Jahren auf Skitour. Er war Mitbegründer der Städtepartnerschaft (Bild vom 14.04.1995). Paul Lhuisset en randonnée à ski à 80 ans. Il a été co-fondateur du partenariat municipal (photo du 14 avril 1995). Historische Winteransicht von Briançon, Fotograf Francou. Vue historique d‘hiver de Briançon vers 1980, photographe Francou Odile und André Sémiond Odile et André Sémiond 1968 Rosenheims Postjungend, unter Leitung von Georg Weindl, fand zur Olympiade 1968 in Grenoble keine Unterkunft und musste bis nach Briançon ausweichen Les jeunes postiers de Rosenheim, sous la direction de Georg Weindl, n‘ont pas trouvé de logement pour les Jeux Olympiques de 1968 à Grenoble et ont dû se rendre à Briançon . 1971 Bürgermeister Henri Seinturier schreibt zum ersten Mal an Oberbürgermeister Dr. Albert Steinbeißer in Rosenheim L’adjoint au maire Henri Seinturier écrit pour la première fois au maire Dr. Albert Steinbeißer à Rosenheim 1968 – 1971 Jährliche Skiausflüge nach Briançon, initiiert von Georg Weindl Excursions annuelles de ski à Briançon, initiées par Georg Weindl Beschluss der Stadt Rosenheim, über die Möglichkeit einer Städtepartnerschaft mit Briançon nachzudenken Décision de la ville de Rosenheim de réfléchir à la possibilité d‘un jumelage avec Briançon
22 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 23 Dieser erste Besuch in Briançon war der Startschuss für viele weitere von Rosenheimer Postbeamten. Das Skigebiet Serre Chevalier und die herzliche Aufnahme durch die Franzosen zog über viele Jahre die Skigruppen an, die bis ca.1989/90 rege Beteiligung fanden. Allein im Winter 1976 waren mehr als 500 Skifahrer aus Rosenheim in Briançon! Anneliese Schaeffer, geborene Bock, wurde 1972 in die Partnerschaft als Begleiterin und Dolmetscherin der Busfahrten des Rosenheimer Beamtenbundes eingebunden. Bei diesen Gelegenheiten hat sie auch Jean Pierre Schaeffer kennen und lieben gelernt, so dass die beiden dann auch geheiratet haben. Mindestens einmal pro Winter organisierte Jean Pierre Schaeffer einen Empfang im„Salle du Vieux Colombier“, ganz oben in der Altstadt. Parallel dazu entwickelten sich auch viele private Freundschaften wie zum Beispiel zwischen Sigrid Weindl und Rosemary Fonquerne, die auch heute noch befreundet sind. Sigrid Weindl lernte Rosemary Fonquerne, die damals im städtischen Fremdenverkehrsverein arbeitete, 1969 kennen, als diese für die Rosenheimer eine besonders interessante Stadtführung organisierten sollte. Ab 1970 hat sich der Kontakt immer mehr vertieft. In beiden Städten entwickelten sich viele Aktionen um die Menschen in den beiden Städten für einander zu interessieren. Neben den jungen Postlern besuchten auch Mitglieder des Alpenvereins und Schülergruppen die französische Stadt in den Bergen. Franzosen kamen zum Gegenbesuch. Georg Weindl förderte in der Zwischenzeit die Kontakte. Sicher gab es immer wieder Hürden, trotzdem entstanden der Wunsch und die Überzeugung, dass diese Städtepartnerschaft offiziell besiegelt werden sollte. Cette première visite à Briançon a été le point de départ de nombreuses autres visites des postiers de Rosenheim. Le domaine skiable de Serre Chevalier et l‘accueil chaleureux des Français ont attiré pendant de nombreuses années des groupes de skieurs qui ont participé activement jusque vers 1989/90. Rien que pendant l‘hiver 1976, plus de 500 skieurs de Rosenheim se sont rendus à Briançon ! Anneliese Schaeffer, née Bock, a été impliquée dans le jumelage en 1972 en tant qu‘accompagnatrice et interprète des voyages en bus de l‘association des fonctionnaires de Rosenheim. C‘est à cette occasion qu‘elle a fait la connaissance de Jean Pierre Schaeffer, dont elle est tombée amoureuse, et qu‘ils se sont mariés. Au moins une fois par hiver, Jean Pierre Schaeffer organisait une réception dans la « Salle du Vieux Colombier », tout en haut de la vieille ville. Parallèlement, de nombreuses amitiés privées se sont développées, comme par exemple entre Sigrid Weindl et Rosemary Fonquerne, qui sont toujours amies aujourd‘hui. Sigrid Weindl a fait la connaissance de Rosemary Fonquerne, qui travaillait alors à l‘office de tourisme de la ville, en 1969, alors qu‘elle devait organiser une visite guidée particulièrement intéressante de la ville pour les habitants de Rosenheim. A partir de 1970, les contacts se sont intensifiés. De nombreuses actions se sont développées dans les deux villes afin d‘intéresser les habitants des deux villes les uns aux autres. Outre les jeunes postiers, des membres du Club alpin et des groupes d‘élèves ont rendu visite à la ville française située dans les montagnes. Des Français sont venus en visite en retour. Entre-temps, Georg Weindl a encouragé les contacts. Certes, il y a toujours eu des obstacles, mais le désir et la conviction que ce jumelage devait être officialisé sont nés. Geschichte der Partnerschaft Histoire du jumelage 1985: Auf deutscher Seite war Georg Weindl (rechts) der Motor und in der Stadt Briançon der Tourismuschef Jean Pierre Schaeffer (links). 1985 : Du côté allemand, Georg Weindl (à droite sur la photo) était le moteur et du côté de la ville de Briançon, Jean Pierre Schaeffer (à gauche sur la photo), le responsable du tourisme Jean Pierre Schaeffer beim Anzapfen eines Bierfasses Jean Pierre Schaeffer entamant un tonneau de bière Sigrid Weindl (dritte von links) und Rosemary Fonquerne (ganz links), mit ihren Töchtern Sigrid (rechts neben Rose-Mary) und Daniela (ganz rechts) beim 50-jährigen Jubiläum im Jardin de Gouverneur. Sigrid Weindl (troisième à partir de la gauche) et Rosemary Fonquerne (tout à gauche) avec leurs filles Sigrid (à droite de Rose-Mary) et Daniela (tout à droite) lors du 50e anniversaire au Jardin de Gouverneur. 1972 Die ersten offiziellen Gäste aus Briançon kommen im April nach Rosenheim. Bürgermeister und Abgeordnete Paul Dijoud, Dr. Robert Garraud Chefarzt, Paul Schaeffer Leiter des Office de Tourisme, Pierre Drimaracci Lehrer Les premiers invités officiels de Briançon arrivent à Rosenheim en avril. Le maire et député Paul Dijoud, le Dr Robert Garraud médecin-chef, Jean-Pierre Schaeffer directeur de l‘Office de Tourisme, Pierre Drimaracci enseignant. 1974 Offizieller Beginn der Städtepartnerschaft Briançon – Rosenheim Début officiel du jumelage Briançon – Rosenheim 1973 Hoher Besuch aus Frankreich, um die Städtepartnerschaft vorzubereiten. Die Bäckerei Buchecker stellt in Rosenheim ein neues Gebäck vor – Baguettes Visite de haut niveau de la France pour préparer le jumelage. La boulangerie Buchecker de Rosenheim présente un nouveau produit - les baguettes. 1975 Delegation aus Rosenheim besucht Briançon Une délégation de Rosenheim rend visite à Briançon
24 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 25 Bereits im Oktober 1971 wendete sich Henri Seinturier aus Briançon, Stellvertreter des Abgeordneten und Oberbürgermeisters Paul Dijoud, an den Rosenheimer Oberbürgermeister Dr. Albert Steinbeißer und fragte wegen einer Städtepartnerschaft an. Im November beauftragte der Kulturausschuss der Stadt Rosenheim das Kulturamt, Verhandlungen mit der Stadt Briançon über die„praktischen Möglichkeiten einer Städtepartnerschaft“ zu führen. Etwa zur gleichen Zeit wurde Georg Weindl vom damaligen Oberbürgermeister der Stadt Rosenheim, Dr. Albert Steinbeißer, angesprochen, weil die Stadt Rosenheim eine französische Partnerstadt suchte. Er nahm Kontakt zu dem damaligen Bürgermeister Paul Dijoud auf, der auch Staatssekretär in Paris war. Im März 1972 kam eine erste offizielle Delegation mit Paul Dijoud, Oberbürgermeister, Jean Pierre Schaeffer, Leiter des Touristikbüros, und anderen Repräsentanten nach Rosenheim. Eineinhalb Jahre später ist die Gruppe deutlich größer. Sie kommt, um die Städtepartnerschaft konkret vorzubereiten: Oberbürgermeisters Paul Dijoud mit dem Präfekten, Stadträten und Delegierten aus den Bereichen Schule, Städteplanung, Fremdenverkehr, Sport und dem Jugendorchester. Der 34-jährige Paul Dijoud kommt mit dem Flieger. Die Gäste sind in Rohrdorf im Gasthof Post untergebraucht, wo ein gemeinsamer Folkloreabend stattfindet. Mit dabei ist der Rohrdorfer Trachtenverein und die Jugendblaskapelle Rosenheim. Die Jugendblaskapelle Briançon hat sich erst im vergangenen Jahr gebildet und ist mit 60 Jugendlichen und 20 Begleitpersonen zum ersten Mal dabei. In Rosenheim findet das Treffen in der Luitpoldhalle statt. Das Hallenbad und das Freibad, aber auch die Stadtwerke und das Müllheizkraftwerk werden besichtigt. Ziel der Städtepartnerschaft ist vor allem, dass sich die jungen Menschen aus beiden Städten gegenseitig kennenlernen und die Sprache des jeweiligen anderen Landes lernen. Dès octobre 1971, Henri Seinturier de Briançon, adjoint du député-maire Paul Dijoud, s‘est adressé au maire de Rosenheim, Dr. Albert Steinbeißer, pour demander un jumelage. En novembre, la commission culturelle de la ville de Rosenheim chargea le service culturel de mener des négociations avec la ville de Briançon sur les « possibilités pratiques d‘un jumelage ». A peu près à la même époque, Georg Weindl a été contacté par le maire de Rosenheim de l‘époque, le Dr Steinbeißer, car la ville de Rosenheim cherchait une ville jumelée française. Il prit contact avec le maire de l‘époque, Paul Dijoud, qui était également secrétaire d‘État à Paris. En mars 1972, une première délégation officielle composée de Paul Dijoud, maire, et de Jean Pierre Schaeffer, directeur de l‘office de tourisme, ainsi que d‘autres représentants, est venue à Rosenheim. Un an et demi plus tard, le groupe est nettement plus important. Il vient pour préparer concrètement le jumelage : Le maire Paul Dijoud avec le préfet, des conseillers municipaux et des délégués des secteurs de l‘école, de l‘urbanisme, du tourisme, du sport et de l‘orchestre des jeunes. Paul Dijoud, 34 ans, arrive en avion. Les invités sont logés à Rohrdorf, à l‘auberge Post, où une soirée folklorique commune est organisée. L‘association folklorique de Rohrdorf et la fanfare de Rosenheim sont de la partie. La fanfare de jeunes de Briançon ne s‘est formée que l‘année dernière et participe pour la première fois avec 60 jeunes et 20 accompagnateurs. À Rosenheim, la rencontre a lieu dans la Luitpoldhalle. La piscine couverte et la piscine en plein air, mais aussi les services municipaux et la centrale d‘incinération des déchets seront visités. L‘objectif du jumelage est avant tout de permettre aux jeunes des deux villes de se connaître mutuellement et d‘apprendre la langue de l‘autre pays. Geschichte der Partnerschaft Histoire du jumelage 1976 Einweihung der Briançonstraße in Rosenheim Inauguration de la Briançonstraße à Rosenheim 1977 Erster Besuch des neuen Oberbürgermeisters Dr. Stöcker in Briançon Première visite du nouveau maire Dr. Stöcker à Briançon 1977 In Rosenheim Bildung eines bürgerschaftlichen Ausschusses, um Ziele der Partnerschaft bekannt zu machen création d‘un comité de citoyens à Rosenheim pour faire connaître les objectifs du jumelage 1978 Beginn des offiziellen Schüleraustauschs Début des échanges scolaires officiels Brief von 1971: der damalige Bürgermeister Seinturier schreibt an den Rosenheimer Oberbürgermeister Steinbeißer Lettre de 1971 : le maire de l‘époque, Seinturier crit au maire de Rosenheim, Steinbeisser
26 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 27 Die Verwaltungen der beiden Städte Rosenheim und Briançon bringen dann die Städtepartnerschaft auf den Weg. Eine offizielle Abordnung übergibt die Urkunde in Briançon, wo am 17. November 1974 der„Partnerschaftseid“ von den beiden Bürgermeistern Dr. Albert Steinbeißer und Paul Dijoud unterzeichnet wird. Es wird betont, dass dies nicht „von oben“ so beschlossen, sondern aus dem Engagement von Bürgern entstanden ist. Aufbauend auf dem bisher schon durchgeführten Austausch von Schülern und Jugendlichen soll damit auch die europäische Zusammenarbeit gestärkt werden. Das Jugendblasorchester aus Briançon spielte das Deutschlandlied, die Rosenheimer die Marseillaise. Das OVB berichtet über diese Reise, dass die Rosenheimer auf ihren Zimmern neben einem Schreiben des Bürgermeisters auch ein Parfüm zur Begrüßung vorgefunden haben! Seit dieser Zeit darf sich Rosenheim EUROPASTADT nennen. Les administrations des deux villes de Rosenheim et Briançon lancent alors le jumelage. Une délégation officielle apporte le document à Briançon, où le 17 novembre 1974, « Le serment de jumelage » est signé par les deux maires, Albert Steinbeißer et Paul Dijoud. Il est souligné que cette décision n‘a pas été prise « d‘en haut », mais qu‘elle est le fruit de l‘engagement de citoyens. En s‘appuyant sur les échanges d‘élèves et de jeunes déjà réalisés jusqu‘à présent, il s‘agit également de renforcer la coopération européenne. L‘Orchestre d‘Harmonie des Jeunes de Briançon a joué le Deutschlandlied, tandis que les habitants de Rosenheim ont joué la Marseillaise. L‘OVB rapporte à propos de ce voyage que les habitants de Rosenheim ont été accueillis dans leurs chambres avec une lettre du maire ainsi qu‘un parfum ! Depuis cette date, Rosenheim peut se targuer d‘être une VILLE EUROPEENNE. Geschichte der Partnerschaft Histoire du jumelage 1979 Jean Pierre Schaeffer, Verkehrsamtschef von Briançon, besucht Rosenheim anlässlich des 5-jährigen Jubiläums Jean Pierre Schaeffer, directeur de l‘office du tourisme de Briançon, en visite Rosenheim à l‘occasion du 5e anniversaire du jumelage 1980 Briançon widmet der Partnerschaft einen Postsonderstempel Briançon édite un cachet postal spécial pour le jumelage Bei der Unterzeichnung der Urkunden im November 1974 in Briançon. Auf dem Foto stehen von links Dr. Eugen Weigl, (Kulturreferent Rosenheim), Georg Weindl, Gabriel Fanton (Stadtrat Briançon), dann die beiden Rosenheimer Stadträte Karl Feichtinger und Dr. Karl Klingshirn, Bürgermeister Paul Dijoud und gegenüber Dr. Albert Steinbeißer, daneben der geschäftsführende Beamte (Directeur de Cabinet du Maire) und Henri Seinturier, 1. Stellvertretender Bürgermeister. Lors de la signature des actes en novembre 1974 à Briançon. Eugen Weigl, (conseiller culturel de Rosenheim), Georg Weindl, Gabriel Fanton (conseiller municipal de Briançon), puis les deux conseillers municipaux de Rosenheim Karl Feichtinger et Dr. Karl Klingshirn, le maire Paul Dijoud et en face le Dr. Albert Steinbeißer, à côté du Directeur de Cabinet du Maire et Henri Seinturier, 1er adjoint au maire. Hier unterschreiben dann nicht nur die beiden Oberbürgermeister, sondern auch die Stadträte aus beiden Städten und die Delegation aus Rosenheim, unter anderem auch Dr. Weigl, der damalige Leiter des Kulturamts. Les deux maires, mais aussi les conseillers municipaux des deux villes et la délégation de Rosenheim, dont le Dr Weigl, alors directeur du service culturel, y apposent leur signature.
28 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 29 In den folgenden Jahren erfolgten neben Schüleraustauschprojekten mehrere gegenseitige Besuche verschiedener Berufsgruppen und kultureller Einrichtungen. In Rosenheim z. B. nahmen einige Bäckereien auch französisches Baguette in ihr Sortiment auf. Dans les années qui ont suivi, outre les projets d‘échange scolaire, plusieurs visites réciproques de différents groupes professionnels et institutions culturelles ont eu lieu. À Rosenheim, par exemple, certaines boulangeries ont également intégré la baguette française dans leur assortiment. 1984 Einweihung des Jardin de Rosenheim in Briançon Inauguration du Jardin de Rosenheim à Briançon 1983 Antrittsbesuch Bürgermeister Robert de Caumont in Rosenheim und Gegenbesuch Oberbürgermeister Dr. Stöcker mit Stadtrat in Briançon Visite inaugurale du maire Robert de Caumont à Rosenheim et visite en retour du maire Dr. Stöcker et de son conseil municipal à Briançon. Geschichte der Partnerschaft Histoire du jumelage Feuerwehrmänner aus Briançon besuchen Kollegen in Rosenheim Les pompiers de Briançon rendent visite à leurs collègues de Rosenheim 1981 1982 70 Judokas aus Briançon zu Gast beim Sportbund DJK Rosenheim 70 judokas de Briançon invités par le Sportbund DJK Rosenheim In Briançon kann man seit dem Schüleraustausch von Marjorie Astier mit der Familie Flötzinger Bier aus Rosenheim kaufen. A Briançon, on peut acheter de la bière de Rosenheim depuis l’échange scolaire de Marjorie Astier avec la famille Flötzinger. Ein Aufkleber zur Städtepartnerschaft – aus welchem Jahr er wohl stammt? Un autocollant de jumelage - de quelle année pensez-vous qu‘il date ? Hintergrund für Städtepartnerschaften – Historische Grundlage für die Städtepartnerschaften zwischen Rosenheim und Briançon Die EU und ihre ständig wachsende Vielfalt durch die Aufnahme weiterer Staaten haben sich seit 1951 aus der auf Stahl und Kohle beschränkten Montanunion (EGKS) und der 1957 geschaffenen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) entwickelt. Eine „Neugründung der europäischen Familie“ ohne Großbritannien hatte Winston Churchill bereits 1946 gefordert. An der dafür notwendigen deutsch-französischen Aussöhnung arbeiteten Präsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer in ihren Amtszeiten unermüdlich und besiegelten diese am 22.01.1963 im „Elysee-Vertrag“. Beide erklärten ihn gleichzeitig als unerlässlichen Schritt auf dem Weg zu einem vereinigten Europa. Ein Ziel dabei war, das deutsch-französisches Jugendwerk zu gründen, das heute als DJFW bekannt ist. Dieser Gedanke wurde Jahrzehnte später von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Emmanuel Macron wieder aufgenommen und am 22.01.2019 im „Aachener Vertrag“ als Vertiefung der deutsch-französischen Freundschaft unterzeichnet. Parallel zur Politik entwickelten sich auch auf Bürgerebene grenzüberschreitende kulturelle und wirtschaftliche Kontakte in Form von Reisen, Veranstaltungen, Jugendaustausch und Fremdsprachenförderung. Den strukturellen Rahmen dafür bieten Städte- und Gemeindepartnerschaften auf der Grundlage von einheitlich gestalteten und zweisprachig beurkundeten Verträgen, die von örtlichen Vereinen und Komitees unterstützt und mit Leben erfüllt werden. In Bayern hat mindestens jede fünfte Kommune eine französische Partnerin, wie einem Bericht der Montgelas-Gesellschaft zu entnehmen ist. Contexte des jumelages - Base historique des jumelages entre Rosenheim et Briançon L‘UE et sa diversité sans cesse croissante grâce à l‘adhésion de nouveaux États se sont développées depuis 1951 à partir de la Communauté du charbon et de l‘acier (CECA), limitée à l‘acier et au charbon, et de la Communauté économique européenne (CEE), créée en 1957. Winston Churchill avait déjà appelé à une « refondation de la famille européenne » sans la Grande-Bretagne en 1946. Le président Charles de Gaulle et le chancelier Konrad Adenauer ont travaillé sans relâche à la réconciliation franco- allemande nécessaire à cet effet au cours de leurs mandats et l‘ont scellée le 22 janvier 1963 dans le « traité de l‘Élysée ». Tous deux le déclarèrent en même temps comme une étape indispensable sur la voie d‘une Europe unie. L‘un des objectifs était de créer l‘Office franco-allemand pour la jeunesse, connu aujourd‘hui sous le nom d‘OFAJ. Cette idée a été reprise des décennies plus tard par la chancelière allemande Angela Merkel et le président Emmanuel Macron qui ont signé le 22 janvier 2019 le « traité d‘Aix-la-Chapelle » en vue d’approfondir l‘amitié franco-allemande. Parallèlement à la politique, des contacts culturels et économiques transfrontaliers se sont également développés au niveau des citoyens sous forme de voyages, de manifestations, d‘échanges de jeunes et de promotion des langues étrangères. Le cadre structurel de ces échanges est fourni par les jumelages de villes et de communes sur la base de contrats uniformes et bilingues, soutenus et animés par des associations et des comités locaux. En Bavière, au moins une commune sur cinq a un partenaire français, selon un rapport de la Montgelas- Gesellschaft.
30 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 31 Im September 1975 organisierte Briançon bereits ein„fête de la bière“, ein Volksfest, für das Jean Pierre Schaeffer mit einem Rosenheimer Plakat vom dortigen Herbstfest wirbt. Im Oktober wurde in Briançon eine weitere Delegation aus Rosenheim in Empfang genommen, bestehend aus Oberbürgermeister, Stadträten, Mitgliedern der Stadtverwaltung und Jugendkapelle der Knabenrealschule. Bei diesem Besuch schlug der 2. Bürgermeister Marin die Gründung eines Komitees vor. In diesem Jahr wird das Rosenheimer Kulturamt beauftragt, eine Austauschwoche für das Jahr 1976 zu planen. Dafür sollen Zuschüsse von 20.000 DM beim Deutschen Städtetag beantragt werden. Allerdings hat die Stadt selbst grad Geldnot. Dem Oberbürgermeister ist deswegen gar nicht wohl bei dem Gedanken, die Städtepartnerschaft auszudehnen. Deswegen wird vorgeschlagen, möglichst privat zu übernachten und auch, dass die Stadträte die Übernachtung aus eigener Tasche bezahlen sollen... En septembre 1975, Briançon organisait déjà une fête de la bière, une fête populaire pour laquelle Jean Pierre Schaeffer faisait de la publicité avec une affiche de Rosenheim de la fête d‘automne locale. En octobre, une autre délégation de Rosenheim, composée du maire, de conseillers municipaux, de membres de la municipalité et de l‘orchestre de jeunes de la Knabenrealschule, est accueillie à Briançon. Lors de cette visite, le 2e adjoint au maire Charles Marin a proposé la création d‘un comité. Cette année-là, le service culturel de Rosenheim est chargé de planifier une semaine d‘échange pour l‘année 1976. Une subvention de 20.000 DM doit être demandée à l‘association des villes allemandes. Cependant, la ville elle-même est à court d‘argent. Le maire n‘est donc pas à l‘aise avec l‘idée d‘élargir le jumelage. C‘est pourquoi il est proposé de passer la nuit chez des particuliers et que les conseillers municipaux paient de leur poche leur hébergement... Geschichte der Partnerschaft Histoire du jumelage 1987 Oberbürgermeister Dr. Stöcker und Mitarbeiter der Stadtverwaltung besuchen ein historisches Freilichtspiel in Briançon im Rahmen eines Partnerschaftsgesprächs Le maire Dr. Stöcker et des collaborateurs de l‘administration municipale assistent à un spectacle historique en plein air à Briançon dans le cadre d‘une réunion de jumelage 1985 Bilderausstellung von Monique Hunot und Raymond Lubrano aus Briançon in der Rosenheimer Galerie Galerico Exposition de peinture de Monique Hunot et Raymond Lubrano de Briançon à la galerie Galerico de Rosenheim 1988 Georg Weindl („Motor der Partnerschaft“) bekommt die Ehrenmedaille von Briançon für 20 Jahre Skifahrten nach Briançon Georg Weindl (« moteur du jumelage ») reçoit la médaille d‘honneur de Briançon pour 20 ans de ski à Briançon 1986 37 Schüler aus Briançon bei Gasteltern 37 élèves de Briançon dans des familles d‘accueil Lagerung von Bierfässern für das Bierfest in Briançon. Stockage de fûts de bière pour la fête de la bière à Briançon Who is who? Genau wissen wir es nicht, aber der, der ausschaut wie ein Franzose, ist ein Bayer, nämlich Toni Appel, der Dirigent der Jugendblaskapelle aus Rosenheim – die beiden Herren haben kurzerhand den Hut getauscht und gezeigt, wie gut das Miteinander funktioniert. Nous ne le savons pas exactement, mais celui qui ressemble à un Français est un Bavarois, à savoir Toni Appel, le chef d‘orchestre de la fanfare de jeunes de Rosenheim - les deux hommes ont échangé leur chapeau sans hésiter et ont montré à quel point la cohabitation fonctionne bien
32 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 33 Die Briançonstraße 1974 gibt es die Briançonstraße noch gar nicht. Es ist die sogenannte„Kleine Spange“, hier mit Blick auf die DavidEisenmann-Straße. Am 22. Mai 1976 wurde diese Verbindungsstraße zwischen Kufsteiner und Rathausstraße als Zeichen der Freundschaft zwischen den beiden Städten in Briançonstraße umbenannt. Die Einweihung fand durch den damaligen dritten Bürgermeister Charles Marin aus Briançon statt.Aufgrund starker Regenfälle wurde die Feierlichkeit mit der Durchtrennung des offiziellen Bandes zur Straßeneröffnung ins anrainende Eisstadion verlegt. Bei dieser Gelegenheit stiftete Stadtrat Hans Nickl, als Anlieger der neuen Briançonstraße,„Duftsträußerl“ für die Ehrengäste. Oberbürgermeister Dr. Albert Steinbeißer und Mitglieder des Rosenheimer Stadtrates führten die Besucher zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt: Eisstadion, Stadtwerke, Klärwerk und Heimatmuseum. Den anschließenden Festakt in der Inntalhalle umrahmten die Jugendblaskapellen aus beiden Städten und Schwerttänzer der Gruppe „Bacchu-Ber“ aus Briançon. La rue de Briançon En 1974, la Briançonstraße n‘existe pas encore. C‘est ce que l‘on appelle la « Kleine Spange », ici avec vue sur la David- Eisenmann-Straße. Le 22 mai 1976, cette rue reliant la Kufsteiner Straße à la Rathausstraße a été rebaptisée Briançonstraße en signe d‘amitié entre les deux villes. L‘inauguration a eu lieu par le troisième adjoint au maire de l‘époque, Charles Marin de Briançon. En raison de fortes pluies, la cérémonie d‘ouverture de la rue a été déplacée dans la patinoire adjacente pour couper le ruban officiel. À cette occasion, le conseiller municipal Hans Nickl, en tant que riverain de la nouvelle rue Briançon, a offert des « bouquets de senteurs » aux invités d‘honneur. Le maire, Dr. Albert Steinbeißer, et des membres du conseil municipal de Rosenheim ont guidé les visiteurs vers différentes curiosités de la ville : la patinoire, les services municipaux, la station d‘épuration et le musée local. La cérémonie qui a suivi dans l‘Inntalhalle a été encadrée par les fanfares de jeunes des deux villes et des danseurs d‘épée du groupe « Bacchu-Ber » de Briançon. Geschichte der Partnerschaft Histoire du jumelage 1988 IPA (international police acadamy) Rosenheim beim Polizeifest in Briançon IPA (académie internationale de police) Rosenheim à la fête de la police à Briançon 1990 Schneechaos stoppt einen Bus mit deutschen Schülerinnen am Mont Genèvre, Bus wurde für die Nacht zur Herberge Une grosse chute de neige arrête un bus d‘écolières allemandes au Mont Genèvre, le bus se transforme en auberge pour la nuit. 1989 15 Jahre Partnerschaft mit bayrischem Fest in Briançon 15 ans de jumelage avec une fête bavaroise à Briançon 1991 Erstmalig Schüleraustausch der Mädchenrealschule Premier échange d‘élèves de l‘école secondaire de filles
34 Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim Städtepartnerschaft – Jumelage Briançon – Rosenheim 35 1977: Verkehrsamtsleiter Jean Pierre Schaeffer ist der Motor in Briançon. Er vermittelt beim Schüleraustausch, aber auch zwischen den Sportlern und insbesondere bei den beiden Alpenvereinen. Seine Aufgabe soll es auch sein, den Kontakt mehr auf die Bürgerebene zu bringen, weg von der Politik. Am 26. Januar 1978 berichtet das OVB, dass sich in Rosenheim zum ersten Mal ein Komitee für die Förderung der Städtepartnerschaft (genaueres weiter hinten im Heft) getroffen hat. Ziel war, dass sich die Freundschaft insbesondere unabhängig von der Politik vertiefen sollte Die Anfahrt damals mit dem Bus nach Briançon dauerte deutlich länger als heute. Und Sigrid Weindl berichtet, dass in den Anfängen der Skifahrten sogar in Klausen noch einmal übernachtet werden musste – die Autobahnen hat es in der heutigen Form noch nicht gegeben und auch der Brenner ist erst im Jahr 1971 ausgebaut worden! 1977 : Le directeur de l‘office du tourisme Jean Pierre Schaeffer est le moteur à Briançon. Il joue le rôle de médiateur dans les échanges scolaires, mais aussi entre les sportifs et notamment avec les deux clubs alpins. Sa tâche consiste également à replacer le jumelage au niveau des citoyens. Le 26 janvier 1978, l‘OVB rapporte qu‘un comité pour la promotion du jumelage (voir plus loin dans le magazine) s‘est réuni pour la première fois à Rosenheim. L‘objectif était que l‘amitié s‘approfondisse, en particulier indépendamment de la politique. A l‘époque, le trajet en bus jusqu‘à Briançon était nettement plus long qu‘aujourd‘hui. Et Sigrid Weindl raconte qu‘au début des voyages à ski, il fallait même encore passer la nuit à Klausen - les autoroutes n‘existaient pas encore sous cette forme et même le Brenner n‘a été aménagé qu‘en 1971 ! Geschichte der Partnerschaft Histoire du jumelage 1992 Delegation aus Briançon beim Herbstfest in Rosenheim. Außerdem machten sich sechs Radler von Briançon auf nach Rosenheim. Délégation de Briançon à la fête d‘automne à Rosenheim. En outre, six cyclistes de Briançon se sont rendus à Rosenheim. 1994 Jubiläen 20 Jahre mit Briançon und 15 Jahre mit Lazise, gemeinsames Fest in Rosenheim Anniversaire des 20 ans de jumelage avec Briançon et des 15 ans avec Lazise, fête commune à Rosenheim 1993 Familie Weindl feiert 25 Jahre Ski-Fahrten nach Briançon La famille Weindl fête ses 25 ans de ski à Briançon 1995 Gaudi-Eishockey mit deutschen und französischen Schülern Gaudi-Eishockey avec des élèves français et allemands 1977 reisen die Rosenheimer mit dem Flugzeug an, um die weite Strecke zwischen den beiden Städten schneller zu überwinden. En 1977, les habitants de Rosenheim se déplacent en avion pour parcourir plus rapidement la longue distance qui sépare les deux villes. Hannelore Dittrich hat beste Erinnerungen an diese Skifreizeit und das großartig erschlossene Skigebiet um Briançon Hannelore Dittrich garde un excellent souvenir de ce séjour de ski Mitte der 80er Jahre Skigruppe vor dem Hotel Vauban Milieu des années 80 Groupe de skieurs devant l‘hôtel Vauban Auch damals gab es Einlagen mit Alphornbläsern. Hier im Hotel Vauban. A l‘époque aussi, il y avait des intermèdes avec des joueurs de cor des Alpes. Ici, à l‘hôtel Vauban.
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